Der Schattendieb

Der Schattendieb

Autor: Ralf Isau
Print: 477 Seiten
Verlag: Thienemann
Sprache: Deutsch
Kauf (Folgende Links kennzeichne ich gemäß §2 Nr. 5 TMG als Werbung): Amazon

Bewertung: Ein fantastisches Abenteuer mit jeder Menge Sonnen- und Mondfinsternisse, einem Helden wider Willen und natürlich jeder Menge Schatten!

Zusammenfassung: Corvin ist ein ganz besonderer Schatten. Saros, der König der Schattenwelt Ostarra, hat ihn von dem Schotten John Lamont geerntet, der in einem Jahr geboren wurde, in dem es zum siebten Mal seit Entstehung der Erde fünf Sonnenfinsternisse gab. Corvin soll für Saros die Tiefe aus der Welt der Menschen, Terra, in die Welt der Schatten verschieben. Doch Corvin ist nicht sicher, ob er das möchte. Seit er seinem Schattenbruder zum ersten Mal begegnet, beginnt er zu zweifeln. Er will die Menschen besser verstehen, und stolpert dabei über ein Mädchen, das ihm den Atem raubt …

Die Schattenwelt Ostarra ist ein sehr dunkler Ort. Saros, der König, regiert mit eiserner Hand. Er schickt Schattenjäger bei jeder Mond- und Sonnenfinsternis nach Ostarra, um Schatten zu ernten. Sie schneiden die Schatten von den Menschen ab und hängen stattdessen hellere Attrappen an. Damit stehlen sie den Menschen jedoch nicht nur ihren Schatten, sondern auch eine ihrer drei grundlegenden Eigenschaften: Liebe, Gerechtigkeit oder Weisheit. Bei ihrer Jagd nutzen die Schattenjäger Nachtfalken, von Falken geerntete Schatten, die ihnen beim Aufspüren von Menschen helfen, deren Schatten die Jäger ernten wollen.

Der erste Weg eines Schattens in Ostarra führt zu Reschuth, dem Herrn der Schattenmühle. Er hat einen Blick dafür, ob ein Schatten Saros treu ergeben sein wird, oder ob er sich dem König verweigern wird. Rebellische Schatten gehen durch die Mühle, werden zerfetzt und aus ihren Hadern werden die Attrappen angefertigt. Dadurch hält Saros seine Gewaltherrschaft aufrecht.

Die fantastische Welt ist recht typisch aufgebaut: Es gibt einen bösen König, der ein für die Menschen schreckliches Ziel verfolgt und auf mehr und mehr Macht aus ist, unterdrückte Untertanen, und eine erstarkende Rebellion. Etwas schwer habe ich mir mit der Vorstellung getan, dass die Welt eindimensional ist. Isau beschreibt das in Form eines Bildes recht plastisch, aber einfach ist die Vorstellung für jemanden, der Drei-Dimensionalität gewohnt ist, natürlich nicht. Sehr gut gefallen haben mir aber die Nachtschatten, in die habe ich mich vom ersten Moment an verliebt.

Die Geschichte handelt hauptsächlich von Corvin. Sie beginnt bei der Geburt des Menschen John Lamont, von dem Corvin geerntet wird, behandelt seine Ausbildung und wie er zum Helden der Geschichten wird. Das beinhaltet einige Zeitsprünge. Die Geschichte beginnt 1805 und endet 1970. Da geerntete Schatten unsterblich sind, vergeht die Zeit für sie in anderen Dimensionen. Dennoch fand ich es teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Die vielen Zeitsprünge passen zwar zur Schattenwelt, aber teilweise hat es mich gestört, dass so viel Zeit verging, bis wieder etwas passiert. Am besten gefallen hat mir eigentlich der Part, in dem recht viel aneinander gereiht geschehen ist. An den meisten Stellen hat der Sprung gepasst und mich auch nicht gestört. Lediglich an einer Stelle fand ich es etwas unangenehm. Aber gewöhnungsbedürftig war es in jedem Fall.

Die Schatten bestehen hauptsächlich aus einer der drei genannten Eigenschaften. Entsprechend sind sie auch leicht typenhaft gezeichnet. Allerdings passen die Typen recht gut zueinander, weshalb ich es während des Lesens nicht als störend empfand. Als tiefer gezeichnete Figuren würde ich eigentlich nur Maloron, der Corvins Schatten erntet und ihn ausbildet beschreiben, sowie die deutlich später auftretende Iljara. Die meisten wichtigen Figuren treten auch erst nach ca. 200 Seiten auf, zu dem Zeitpunkt, zu dem die Geschichte die oben genannte Fahrt aufnimmt. Das fand ich etwas irritierend, ebenso wie die Tatsache, dass John Lamont etwa zur selben Zeit plötzlich nicht mehr relevant ist. Für mich war hier ein Bruch im Plot, den ich etwas Schade fand.

Dafür fand ich das Wissen des Autors umso beeindruckender. Er deckt nicht nur fast 200 Jahre Geschichte ab und erwähnt immer wieder Ereignisse, die sicherlich einiges an Recherche in Anspruch genommen haben, sondern beschäftigt sich vor allem auch mit Sonnen- und Mondfinsternissen. In der Danksagung erwähnt er, dass er dafür vom Institut für Allgemeine und Angewandte Geophysik der Universität München unterstützt wurde. Die Expertise merkt man und es wertet den Roman enorm auf!

Sehr gut gefallen hat mir auch der Stil des Autors. Obwohl ich die Zeitsprünge gewöhnungsbedürftig und die Charaktere als eher typenhaft empfand, hatte ich nicht einmal das Bedürfnis, abzuschweifen, sondern habe die Sätze sehr gerne in mich hineingesogen. Begriffe wie „auf Adlers Fittichen“ zu lesen, lassen mein Herz ehrlich gesagt höherschlagen. Der Schreibstil war einer der Gründe, weshalb ich die Geschichte wirklich sehr mochte.

Fazit: Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Es ist keine Perle unter den Fantasy-Romanen, aber es gehört definitiv zu den besseren Büchern, die ich bislang lesen durfte! Wer Fantasyjugendbücher mag und eine klassische Geschichte in einer ungewöhnlichen Welt lesen möchte, der ist mit Ralf Isaus „Schattendieb“ gut beraten.

Ich lese gerade:

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    Im Bann der zertanzten Schuhe (Märchenspinnerei #5)

    Janna Ruth

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Lesefreude und Analyse?

Lesefreude und Analyse?

In meinem Blogbeitrag „Buchgestöber“ habe ich mich bereits mit der Frage auseinandergesetzt, inwiefern Autor/inn/en auch Leser/inn/en sind. Das Thema dieses Blogbeitrages geht in eine ähnliche Richtung.
In letzter Zeit fällt mir häufiger auf, wie schwer es für mich ist, mich komplett auf eine Geschichte einzulassen. Das hat vor allem einen Grund: ich bin durch das Korrekturlesen darauf geschult, Fehler wahrzunehmen. Seien es nun Tippfehler, Fehler in der Rechtschreibung oder in der Grammatik, ich bemerke sie fast alle. Ob ich dadurch weniger Lesevergnügen habe? Bestimmt! Ob ich dadurch keine Otto-Normal-Leserin bin? Vermutlich stimmt das ebenfalls. Ob ich dadurch keine „guten“ – im Sinne von zu strenge – Kritiken verfasse? Darüber will ich in diesem Blogbeitrag nachdenken.

Fakt ist, dass ich selten komplett in einer Geschichte versinke. Ausnahmen sind Romane wie „Die Tage, die ich dir verspreche“ und „Die silberne Königin“, in die sich so gut wie keine Fehler eingeschlichen haben. Mehr Rechtschreibfehler habe ich leider in den letzten Selfpublishing-Büchern entdeckt, die ich lesen durfte. Das ist schlicht eine Tatsache und nicht als Kritik am Selfpublishing oder den entsprechenden Personen gemeint.
Da ich durch die Fehlerchen nicht tief in die Geschichte eingetaucht bin, habe ich natürlich auch noch einmal anders analysiert. Ich denke bereits während des Lesens intensiver über die Charaktere und die Plot-Entwicklung nach. Sicher weiß ich dann schon recht früh die Pro und Contras, die ich in einer Buchbesprechung dann auch nenne.
Ich versuche dabei aber stets offen zu bleiben. Verändern sich die Figuren im Laufe der Geschichte, berücksichtige ich das in einer Besprechung. Auch spannende Wendungen erwähne ich oder ob die Geschichte plätschert.

Sicher bin ich einer Geschichte mit mehreren Fehlern – und dazu zähle ich auch Fehler auf jeder zweiten Seite – eine kritischere und schwerer zufriedenzustellende Leserin. Meist finde ich es besonders anspruchsvoll, die Spannungskurve angemessen zu bewerten. Dennoch glaube ich, meine Empfindungen zu Geschichten angemessen reflektieren und klar unterscheiden zu können zwischen dem, was die Fehler bewirken, und was mich tatsächlich an den Charakteren oder dem Plot stört.

Ich würde gerne wieder einen Roman lesen, bei dem ich alles vergessen kann. Für einige Stunden komplett in eine andere Welt einzutauchen, war für mich in meiner Kindheit und in meiner Jugend das Größte. Doch das funktioniert heute einfach nicht mehr. Ich bin überzeugt, dass das nicht an der Schreiberei liegt, weil ich schon länger schreibe als ich Korrekturarbeiten übernehme, das Problem aber erst seit den Korrekturen habe.
Sicherlich bin ich dadurch eine strengere Rezensentin. Andere können besser in Geschichten verschwinden und dadurch fallen ihnen vielleicht weniger negative Aspekte auf. Vielleicht entgehen ihnen dadurch aber auch positive Dinge.
Ich bemühe mich immer, ein möglichst differenziertes Bild von Romanen zu liefern. Dass ich das Lesen weniger genießen kann als früher, wirkt sich durchaus auf meine Kritiken aus. Aber Fairness hat nichts damit zu tun, wie viele Mängel man an einem Roman findet. Viel relevanter ist, wie man seine Probleme begründet und dabei eben auch die Vorzüge eines Romans erläutert, zumindest empfinde ich das so.

Wie seht ihr das? Was macht für euch eine gute Buchbesprechung aus? Und wie geht es euch beim Lesen? Könnt ihr gut abschalten? Oder reibt ihr euch auch schnell an „Kleinigkeiten“?

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Jahresrückblick 2017

Jahresrückblick 2017

Das Jahr 2017 war rückblickend ein sehr bewegtes Jahr. Es gab Höhen und Tiefen, wobei ich persönlich die erste Hälfte des Jahres positiver in Erinnerung habe als die zweite Hälfte, aber das mag auch daran liegen, dass ich negative Erinnerungen meist verdränge 🙂 Ich möchte hier keine ausführlichen Informationen über die einzelnen Monate liefern, aber doch in aller Kürze meine Highlights für jeden Monat festhalten.

Den Januar habe ich Großteils noch damit verbracht, aufs Examen zu lernen und ich war furchtbar aufgeregt. Die ersten Prüfungen standen Ende Januar an und gingen bis Anfang Februar. Wirklich fertig war ich eigentlich erst im Februar, aber der Abschluss meines Studiums gehört für mich an den Anfang des Jahres 2018, deshalb bezeichne ich es jetzt einfach mal als mein Highlight des Januars.

Im Februar hatte ich frei und unternahm eine Reise nach Wien. Das diente auch der Recherche für „Tod einer Hofdame“, der Roman, dessen Lektorat ich Anfang des Jahres zu bearbeiten hatte. Weitere Informationen finden sich in dem Blogbeitrag über die Recherchereise nach Wien.

Der März ist für Schreiberlinge und Buchliebhaber von einer großen Messe dominiert: Der Leipziger Buchmesse! Auch ich war im Jahr 2018, mit rosafarbenem Schal bekleidet und im Autorenkleidchen, in Leipzig. Dieses Jahr zum ersten Mal mit Übernachtungen. Auch hiervon gibt es im Blog einen ausführlicheren Bericht.

Im April brach bei mir nicht nur die neue Arbeitsstelle, sondern auch die Vorfreude auf meinen bald erscheinenden zweiten Historienroman an. Am meisten Freude bereitete es mir, die Book Release Party vorzubereiten und durchzuführen.

Na, wer errät, was mein Highlight des Monats Mai war?

Richtig: Die Veröffentlichung von „Tod einer Hofdame – Eine königliche Ermittlung“! Ich bin unglaublich glücklich über das neue Buch-Baby und freue mich über die vielen Leser*innen, mit denen ich über das Buch schon plaudern durfte 🙂

Im Juni begann ich mit der (neuen) Rohfassung von „Spiel der Magie“. Das Projekt begleitet mich bereits seit einigen Jahren, bald sind es zwanzig, um genau zu sein. Da sich mittlerweile einiges an meiner Art zu schreiben und auch an den Charakteren und damit zwangsläufig an der Geschichte selbst verändert hat, beschloss ich, die Trilogie noch einmal neu zu schreiben. Gleichzeitig diente mir dieses „back to the roots“ dazu, wieder in die Schreiberei hineinzufinden. Ich weiß inzwischen, wie sehr ich sie während des Examens vermisst habe.

Ein Wochenende im Juli habe ich als besonders positiv in Erinnerung: das habe ich mit Schulfreunden in Freiburg zugebracht. Wir besuchten das dortige, alljährliche Weinfest – die Weißweine waren köstlich! – und besichtigen am darauffolgenden Tag das nahegelegene Colmar in Frankreich.

Meinen Urlaub im universitätstechnisch ohnehin arbeitsarmen Monat August verbrachte ich im Europapark und in der Nähe von Hamburg, beide Male mit Verwandten. Ich habe mich gut erholt und eine wirklich schöne Zeit verbracht, in der ich schreibtechnisch ohne schlechtes Gewissen ein wenig kürzer getreten bin.

Das Highlight des Septembers waren definitiv die Tübinger Tolkientage. Ich hatte ja mehrere Lesungen mit der Hofdame im vergangenen Jahr. Diese im September war besonders familiär und herzlich, obwohl ich die Zuhörer und Veranstalter davor nicht gekannt habe. Gerne bin ich in 5 Jahren wieder dabei!

Im Oktober beschäftigte ich mich vorrangig mit der Recherche zu dem nächsten Historienroman, zu dem ich ja ebenfalls bereits ein paar Informationen habe durchscheinen lassen (siehe Vorbereitungen zum NaNoWriMo). Aber ein absolutes Highlight war für mich die Hochzeit zweier Freunde, für die ich mich sehr gefreut habe!

Auch der November ist für Schreiberlinge meist belegt. Es ist die Zeit des National Novel Writing Months, mit dem Ziel, innerhalb eines Monats 50k zu schreiben. Ich hatte mich zwar mit „Spiel der Magie“ langsam wieder an Wortzahlen herangetastet, allerdings war ich sehr gespannt, ob es mir tatsächlich gelingen würde, diese Zahl zu knacken. Ursprünglich hatte ich geplant, den Historienroman zu schreiben, für den ich im Oktober recherchiert hatte. Da ich am 31.10. aber noch keinen geeigneten Plot vorzuweisen hatte, entschied ich mich spontan, als Rebellin unterwegs zu sein. Ich schrieb an „Spiel der Magie“ weiter und kroch mit ach und krach über die 50k-Ziellinie.

Auch wenn der Dezember von Advents- und Weihnachtsfeiern dominiert wird, habe ich auch in diesem Monat an „Spiel der Magie“ weitergeschrieben und eine sehr schöne Lesung auf der Burg Nideggen halten dürfen. Weihnachten mit der Familie und auch die kommende Sylvester-Nacht mit Freunden waren und werden sicherlich Highlights des Monats.

Den Start in ein Neues Jahr finde ich immer in vielerlei Hinsicht aufregend. So viel Unbekanntes steht bevor. Dennoch plant man das ein oder andere. Ich möchte in kurzen Stichworten meine 3 mir wichtigsten Schreibziele für 2018 nennen und bin gespannt, was ich davon am 31.12.18 als „erledigt“ kommentieren kann:

  • „Spiel der Magie 1“ möchte ich in jedem Fall abschließen und dem ein oder anderen (Klein-)Verlag Exposé und Leseprobe zuschicken.
  • Das Historienprojekt mit dem Arbeitstitel „Unter der Indischen Sonne“ soll wenigstens in der Rohfassung bis Ende nächsten Jahres fertig sein. Eigentlich möchte ich es sogar schon zum Verlag schicken können, aber falls das erst Frühjahr 2019 möglich ist, dann ist das eben so.
  • Bei „Spiel der Magie 2“ möchte ich die Rohfassung soweit wie möglich vorantreiben, am liebsten möchte ich sie ebenfalls abschließen.

Was sind die 3 Ziele, die euch für 2018 am Wichtigsten sind? Verratet sie mir doch in den Kommentaren!

In jedem Fall wünsche ich euch allen einen guten Rutsch und einen gesegneten Start ins Jahr 2018!

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Die Lüge von Amergin Manor

„Ein altes Herrenhaus in Irland. Eine junge Erbin, die ihren Vater nie zu Gesicht bekommen hat. Und ein Nest voller Lügen, in dem jeder etwas zu verbergen hat … ein spannender Roman, der teilweise etwas knapp geraten ist, seine Geheimnisse dafür aber gut verschleiert.“

Autorin: Antonia Günder-Freytag
Print: 306 Seiten
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung: Als Jolanda ein Herrenhaus in Irland, Amergin Manor, erbt, ist sie schockiert: sie hat ihr Leben in dem Glauben verbracht, dass ihr Vater in ihrer frühen Kindheit verstorben ist. Es ist nicht die einzige Lüge, die Jolandas Lüge bestimmt. Bei Empfang der Nachricht erleidet ihre Mutter einen Schlaganfall und stirbt, bevor sie ihr die Wahrheit über ihre Herkunft verrät. Entschlossen fährt Jolanda nach Amergin Manor. Doch dort scheint jeder ein Geheimnis mit sich herumzutragen: der Verwalter des Anwesens, Farrell, seine Cousine Eanna, deren Mutter Susann, und ihr Halbbruder Luke, der von allen gehasst wird und seit einiger Zeit verschwunden ist …

„Die Lüge von Amergin Manor“ besteht aus 3 Teilen. Während sich der erste Teil hauptsächlich mit der Ankunft Jolandas und ihren ersten unheimlichen Begegnungen befasst, beschäftigt sich Teil 2 mit der Frage, ob sie das Haus behalten will oder nicht. Zuletzt spitzt sich die Situation immer mehr zu und einige Wahrheiten kommen ans Licht.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Neben Jolanda nimmt vor allem Farrell eine große Rolle im Buch ein. Die wichtigsten Nebenfiguren sind Eanna und Jason, der im dritten Teil seine eigenen Szenen erhält. Obwohl die Szenen personal erzählt sind und man oft auch Einblicke in die Gedanken der Charaktere erhält, sorgen regelmäßige Perspektivwechsel und das Auslassen der ein oder anderen Empfindung dafür, dass der Leser meist im Dunkeln bleibt.

Dies hat meines Erachtens einen Vor- und einen Nachteil. Zunächst zum negativen Aspekt: teilweise habe ich mich etwas veralbert gefühlt. Viele Dinge, die für mich in eine Szene gehört hätten, werden erst im Nachhinein deutlich. Ein Beispiel aus dem Anfang mag dies verdeutlichen: Eanna hört ein Geräusch im oberen Stock und findet ein offenes Fenster, das immer wieder zuschlägt. Sie schließt es, dreht sich um und schreit. In der nächsten Szene befindet man sich bei Jolanda, die ihrem Psychiater am Ende ihres Gesprächs erklärt, sie hätte Eanna beinahe mit einem Schürhaken erschlagen. Hier hätte ich gerne direkt die Reaktion von Eanna mitbekommen und fand es etwas Schade, dies vorenthalten zu bekommen.

Positiv daran ist natürlich, dass die Spannung kontinuierlich hoch bleibt und ich eigentlich nie wusste, woran ich bei den Figuren war. Selbst bei Jolanda war ich mir teilweise (wenn auch eher selten) unsicher, ob sie nicht doch einfach einen psychischen Knacks hat und sich die Situationen nur einbildet. Einzig Farrell habe ich recht schnell durchschaut. Die anderen blieben mir ein Rätsel, beziehungsweise bin ich ihnen ziemlich auf den Leim gegangen.

Das Ende hat mich diesbezüglich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits hat mich die Autorin wirklich super an der Nase herumgeführt. Was dann vor allem im Epilog offenbart wird, hätte ich nicht erwartet. Normalerweise freut es mich immer, überrascht zu werden und bei dem Mystery-Genre habe ich das auch durchaus erwartet. Andererseits fällt mir auch im Nachhinein nichts ein, das auf dieses Ende hingedeutet hätte. Vielleicht habe ich nicht aufmerksam genug gelesen, aber mir fallen wirklich keine Brotkrumen ein, die gestreut worden wären. Im Gegenteil haben die Szenen eigentlich auf etwas ganz Anderes hingedeutet. Ich persönlich mag es am liebsten, an der Nase herumgeführt zu werden und am Ende doch zu begreifen, wie ich die Wahrheit hätte erkennen können.

Das schmälert nicht meinen grundsätzlich positiven Eindruck. Die Geschichte liest sich schnell und flüssig. Die Charaktere haben alle ihre guten und schlechten Eigenschaften. Sie sind nicht deutlich gezeichnet, was vor allem mit den häufigen Auslassungen zusammenhängt, lassen aber eine Tiefe erahnen, was sie auf ihre Weise interessant macht. Ihre Geheimnisse machen sie authentisch, das ist der Autorin wirklich gut gelungen.

Fazit: Eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren, von denen beinahe jeder ein Geheimnis mit sich herumschleppt. Ich wurde ziemlich an der Nase herumgeführt. Zwar hätte ich mir etwas mehr Brotkrumen in Richtung Wahrheit gewünscht, aber wer gerne rätselt und dann am Ende überrascht wird, ist mit diesem Mystery-Roman gut beraten!

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Im Bann des Zyklopen

Im Bann des Zyklopen

„Ein weiterer spannender Ausflug in die griechische Mythologie. Alte Bekannte und neue Charaktere treten auf. Die Intrigen werden weitergesponnen. Ich freue mich schon auf die folgenden Bände!“

Autor: Rick Riordan
Sprecher: Marius Clarén
Umfang: 05:09 Stunden
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung: Im Sportunterricht gegen Ende des Schuljahres werden Percy und sein Schulkamerad Tyson von Feuerspeienden Riesen angegriffen. Dank Annabeth und Tyson entkommen sie. Denn Tyson entpuppt sich als Zyklop, dem Feuer nichts anhaben kann. Sofort machen sich die drei auf den Weg ins Camp Halfblood. Sowohl Annabeth als auch Percy werden von Albträumen geplagt. Percy macht sich Sorgen um ihren gemeinsamen Freund Grover, der in seinen Träumen von irgendetwas verfolgt wird. Laut Annabeth ist das Camp in Gefahr. Tatsächlich wurde der Baum vergiftet, in den Zeus seine Tochter Thalia verwandelt hat und der bislang das Camp vor Ungeheuern schützte.

Die Geschichte geht sofort mit Percys Albtraum in medias res. Auch die Gefahr für Camp Halfblood wird früh angedeutet. Die Geschichte spitzt sich spannungstechnisch mehr und mehr zu. Die Charaktere werden von einer Katastrophe in die nächste geworfen. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt ihnen – zumindest in der gekürzten Hörbuch-Version – nicht. Dennoch wirkt die Geschichte nicht gehetzt, für meinen Geschmack hat sie genau die richtige Geschwindigkeit.

Wie Band 1 ist auch Band 2 aus der Ich-Perspektive von Percy Jackson verfasst. Daher weiß man immer nur genauso viel wie er und fiebert mit ihm mit. Percy hat nicht sonderlich viel Tiefgang, dafür werden besonders die Figuren Annabeth und Tyson sehr gut gezeichnet. Gut gefallen hat mir auch die Entwicklung rund um Clarisse.

Die griechische Mythologie bei „Im Bann des Zyklopen“ bewegt sich vor allem auf den Spuren von Homers Odyssee. Das Meer der Ungeheuer befindet sich mittlerweile im Bermuda-Dreieck und genau dorthin müssen Percy und seine Freunde. Die Parallelen zu Odysseus werden immer wieder gezogen, sodass Leser*innen erneut viel über die alten Geschichten lernen können.

Marius Clarén spricht ganz hervorragend. Nur an ein paar Stellen nutzt er die falsche Stimme für die Charaktere, das war manchmal etwas verwirrend. Aber es kam wirklich selten vor.

Fazit: Der zweite Band bietet viel Spannung, führt die Geschichte weiter und neue Plot-Twists ein. Ich bin gespannt, wie der Kampf um den Olymp weitergeht!

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