Tübinger Tolkientage 2017

von | 13. Sep 2017 | 0 Kommentare

An Bebenhausen fahre ich jeden Donnerstag und jeden Freitag auf dem Weg zur Arbeit vorbei. Das beeindruckende Kloster taucht immer erst direkt hinter einer Kurve auf. Viel mehr Häuser habe ich von dem Dorf allerdings bislang nicht zu Gesicht bekommen. Dass hier der erste Teil der Tübinger Tolkientage stattfinden wird, war mir erst kurz vor Beginn – eine Woche vorher – bewusst.
Nach dem Ringe-Schmieden durfte ich am Montag, den 4.9. um 14:00 die Autorenlesungen im Rahmen der Tage einleiten, die sich mit Fantasy und Mittelalter beschäftigten. Ich habe aus „Tod einer Hofdame“ gelesen und war ehrlich gesagt so nervös wie schon lange nicht mehr. Die letzte Lesung lag doch wieder ein paar Monate zurück und ich hatte vergleichsweise wenig Zeit, um zu üben.
Wir waren eine gute halbe Stunde vor Beginn in Bebenhausen und konnten daher noch miterleben, wie das SWR eine kleine Einheit im Radio lieferte. Danach plauderte ich mit Leiter und Helfern der Tübinger Tolkientage. Man merkt sofort, dass viel Herzblut hinter dieser Aktion steckt. Fantasy- und Mittelalterfreunde reisen von vielen verschiedenen Orten an: der Referent nach mir kam aus Bochum, die Autorin aus Berlin.
Ich durfte vor einem knapp 20köpfigen Publikum lesen. Zunächst habe ich mich kurz vorgestellt und dann den Prolog gelesen. Im Prolog werden bereits einige Historische Fakten genannt, daher lieferte ich anschließend ein paar genauere Informationen über den Aufbruch Richards zum Kreuzzug und die Gründe für seine Gefangennahme. Nachdem ich daraufhin die erste Szene von Kapitel 1 vorgetragen habe, folgte eine kurze Fragerunde, in der sehr interessante Fragen gestellt wurden. Mit dem aufmerksamen Publikum hat die Lesung superviel Spaß gemacht.

Einen weiteren Programmpunkt der Tolkientage durfte ich am vergangen Samstag, dem 9.9 mitgestalten. Von 15:00 bis 17:00 fand zum ersten Mal im Rahmen dieser Veranstaltung ein Story-Slam statt. Viele von euch kennen vermutlich einen Poetry-Slam. Der Story-Slam verlief ähnlich: 9 Autor*innen traten gegeneinander an. Nach dem Zufallsprinzip wurden immer 3 Autor*innen zu einer Gruppe gepaart. 5-7 Minuten durfte gelesen werden. In der ersten Runde wurde aus jeder der drei Gruppe ein/e Lesende/r in die zweite Runde gewählt. Schiedsrichter war das Publikum. Anhand des Applauses wurde entschieden, wer weiterkommt.
Ich selbst bin leider schon in der ersten Runde ausgeschieden. Es war knapp, ich persönlich halte es aber für gerechtfertigt. Die Gewinnerin meiner Runde Veronika Serwotka las im Stehen, was ich selbst unglaublich herausfordernd finde, da dabei die Atmung noch einmal ganz anders kontrolliert werden muss. In der zweiten Runde wurde dann die endgültige Gewinnern gewählt, die auch einen Pokal erhalten hat. Jasmin N. Weidner hat nicht nur hervorragend gelesen, ihre Geschichte war einfach witzig und hat das Publikum gut unterhalten. Der Applaus war eindeutig. Ich gönne es ihr von Herzen.

Insgesamt haben mir die Tolkientage wirklich viel Freude bereitet. Die Veranstaltung findet nur alle 5 Jahre statt. Aber ich hoffe, ich kann auch 2022 wieder dabei sein, sei es als Autorin oder als Teilnehmerin!

Ich lese gerade:

Data from Goodreads

  • Book cover

    Die Lüge von Amergin Manor

    Antonia Günder-Freytag

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