Lesung auf dem Stocherkahn ~ Tübinger Bücherfest 2017

von | Mai 28, 2017 | 0 Kommentare

Für mich fand am 28.05.2017 die zweite Lesung statt, die ich im Rahmen des Tübinger Bücherfestes durchführen durfte. Nach den „Dämonen von Lorch“ las ich diesmal aus dem erst kürzlich erschienen Roman „Tod einer Hofdame“. Die letzten Wochen war es alles andere als sicher, ob die Lesung tatsächlich stattfinden würde, denn bei schlechtem Wetter hätte die Lesung entfallen müssen. Aber pünktlich zum Ende des Mais besserte sich das Wetter ja und bescherte uns an diesem Sonntag den bislang heißesten Tag für 2017. Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein machten mein Freund Andreas und ich uns also auf nach Tübingen, bewaffnet mit zwei Kisten voller Bücher, meiner Kladde, genügend Wasser mit Holunderblütensirup und natürlich dem hübschen Buchständer, der auf der Neckarmauer beim Hölderlinturm meine beiden Werke präsentierte.*
Wie ich bereits erwartet hatte, war im Vergleich zu vor zwei Jahren deutlich weniger los, da einfach zu viele Parallelveranstaltungen liefen, allen voran der Kirchentag, der ja heute mit seinem Abschlussgottesdienst Massen an Leuten anzog. Mit zwei Zuhörerinnen an Bord stachen wir dennoch um 15:30 auf zur Rundfuhrt, einmal den Neckar hinauf und dann wieder zurück. Ich hatte mir die anspruchsvolle Aufgabe gegeben, an diesem sonnigen Tag meine Zuhörerinnen in den Winter zu entführen, denn die drei Szenen, die ich lesen wollte, spielten alle im Dezember/Januar. Obwohl es auf dem Neckar entsprechend voll und laut zuging und wir sogar den ein oder anderen Zusammenstoß hatten, meinte eine der Zuhörerinnen am Ende der Lesung: „Man vergisst ganz, dass man sich auf einem Boot befindet.“ (Zitat aus dem Gedächtnis) Über diese Aussage habe ich mich natürlich sehr gefreut!
Nach dem Prolog habe ich ein paar Historische Hintergrundinformationen eingeflochten und da das Wissen über Richard Plantagenet eher gering ausfiel, habe ich mir dafür auch recht viel Zeit genommen. Dabei fiel mir diesmal besonders auf, was für eine Kunst es ist, bei Lesungen die Waagschale zwischen Spannung und Informationen zu halten. Während ein interessierter Leser bei Unkenntnis den Begriff „Marschall“ kurz ergoogeln kann, habe ich bei der Lesung ab und an unterbrochen, um solche Begriffe oder auch die Beziehungen noch einmal kurz zu erklären.
Nun überlege ich tatsächlich, ob ich für Lesungen eine Version anfertigen soll, in denen etwas mehr erläutert wird. Grundsätzlich wird es vermutlich auch etwas darauf ankommen, ob man historisch bewanderte Zuhörer*innen hat oder nicht, aber generell eine solche Version zu besitzen, macht natürlich auch flexibler … Was haltet ihr denn von so etwas? Findet ihr es ätzend, wenn bei einer Lesung so etwas in einen Nebensatz eingeflochten wird, obwohl es eigentlich nicht im Buch zu finden ist? Oder findet ihr solche Informationen hilfreich?

*Ja, das Beitragsbild ist nachgestellt, denn leider haben wir es einfach verpeilt, Bilder in Tübingen zu machen. Aber es sah fast genauso aus dort 😉

Ich lese gerade:

Data from Goodreads

  • Book cover

    Die Ratten von Chakas (Die Greifen #1)

    C.M. Spoerri

    100 %
    100 %

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