Isabella Benz: Die dritte Autorin in unserer Reihe über die Wellen-Anthologie aus dem Burgenweltverlag ist Sophia Schönhals. Hallo Sophia und herzlich Willkommen hier! Da es sich bei der Anthologie „Wenn alte Wellen singen“ um eine historische Anthologie handelt, würde mich zuerst interessieren, was dich an Geschichte fasziniert?
Sophia Schönhals: Ich interessiere mich sehr für Historie, alte Völker und Zeiten. Das Leben der Menschen früher. So verschieden und doch so ähnlich mit unserem. Das Mittelalter habe ich mir für meine Kurzgeschichte ausgesucht, da ich bereits sehr viel über diese Zeit gelesen habe. Was für eine große Rolle der Glauben bzw. Aberglauben im Leben der Menschen gespielt hat. Die Lebensumstände, deren Härte wir uns heute kaum vorstellen können. Was für Gefahren besonders Frauen damals ausgesetzt waren, und um wie viel schwieriger ihr Leben als das der Männer war.
Isabella Benz: Besonders letzteres hast du ja sehr eindrücklich beschrieben. Werfen wir als nächstes einen kurzen Blick in deine Geschichte:

Die Wellen hatten etwas an Land gespült. Etwas Großes, Dunkles, noch halb im Wasser liegend. Vorsichtig stand ich auf und ging darauf zu. Was war das? Als ich näher kam, entdeckte ich die Umrisse eines menschlichen Körpers. Entsetzt wich ich einen Schritt zurück. War dort ein Schiffbrüchiger angespült worden? Ich blieb stehen. Und da hörte ich sie. Ganz leise zunächst. Eine Melodie.

Isabella Benz: Deine Geschichte ist ja in der Ich-Perspektive verfasst – warum?
Sophia Schönhals: Ich habe für meine Geschichte die Ich-Perspektive gewählt, da ich auf diesem Weg besonders gut die Gefühle, Ängste und Wünsche meine Protagonistin beschreiben konnte. Ich wollte das man mit ihr mitfühlt, und sie nicht lediglich von „außen“ sieht.
Isabella Benz: Kannst du den Leser/innen hier noch ganz allgemein erzählen, wie du zum Schreiben gekommen bist und was es für dich bedeutet?
Sophia Schönhals: Ich schreibe seitdem ich einen Stift halten kann. Schon als kleines Kind bin ich immer in meine Fantasiewelten abgetaucht. Meine ersten richtigen Geschichten habe ich in Aufsatzform in der dritten Klasse geschrieben. Vor allem Fabeln und Märchen haben mich damals begeistert. Mit der Zeit habe ich mich dann mehr und mehr weiterentwickelt. Mit jeder neuen Lebensphase und jedem gelesenen Buch wurden meine Geschichten ausführlicher und abwechslungsreicher bis ich schließlich ganz und gar meinen Stil gefunden habe.
Schreiben ist für mich jedes Mal aufs Neue ein Geschenk das ich mir selbst mache. Ich liebe es meine vielen Ideen in Worte zu fassen. Mir eine eigene Welt zu erschaffen. Figuren und Geschehnisse lebendig werden zu lassen.
Isabella Benz: Wie würdest du dein persönliches Verhältnis zu Wasser beschreiben?
Sophia Schönhals: Da ich selbst im Tierkreiszeichen des Wassers geboren wurde, hat dieses Element für mich eine ganz besondere Bedeutung. Wasser hat etwas magisches, lebendiges und ist für mich die größte natürliche Kraft der Erde. Sie kann Leben schenken und nehmen. Sie ist launisch, stürmisch und so weich und sanft wie eine Umarmung. Wenn ich im Meer schwimme habe ich stets das Gefühl, lebendig zu werden. Als würde kühles Wasser durch meine Adern fließen.
Isabella Benz: Magst du den Schreibbegeisterten unter den Lesern hier zum Abschluss noch einen Tipp geben?
Sophia Schönhals: Als Tipp kann ich nur jedem Schreibbegeisterten mitgeben: Schreibt. Überlegt nicht lange ob ihr diese Idee jetzt brauchen könnt, ob dieser Stil gut ist, ob überhaupt jemand eure Sachen je lesen wird. Tut es für euch und nicht für andere und ihr werdet sehen, mit der Zeit entwickelt ihr euren ganz eigenen Stil, der deshalb so einzigartig ist, da er von euch ist. Habt Mut und tut was euch wichtig ist!
Isabella Benz: Dein Tipp befindet sich ganz auf der Linie deiner Mitautoren, ich finde es sehr faszinierend, dass ihr euch in der Hinsicht so einig seid *lach* Herzlichen Dank auch dir für deine offenen Worte und den Einblick in deinen Schreiballtag!

Die Anthologie erschien am 10.02. und kann im Burgenweltverlag oder auf Amazon bestellt werden.