Phoenix 1: Tochter der Asche

von | 12. Jul 2016 | 0 Kommentare

„Die Geschichte hatte mich nach wenigen Seiten voll in ihren Bann! Beim Show Down hätte ich mir zwar etwas mehr gewünscht, aber nichts desto trotz empfehlenswert.“

Autorin: Ann-Kathrin Karschnick
Print: 400 Seiten
Sprache: Deutsch
Kauf: Amazon ~ Buchhandel ~ Verlag

Zusammenfassung:
Seit dem „Experiment“ regiert Deutschland Europa und dichtet es von der restlichen Welt ab. In diesem neuen Europa herrschen die Saiwalo, Geister, die nur dann einen eigenen Körper erhalten, wenn sie ein magisches Wesen dafür opfern. Hexen, Dämonen und auch Phönixe werden entsprechend als „Seelenlose“ gejagt und vom Volk geächtet, schließlich haben die Saiwalo ihren Untertanen glaubhaft versichert, dass die Seelenlosen an dem Experiment und seinen furchtbaren Auswirkungen Schuld seien. In dieser Welt leben die Phönix Tavi und Leon, ein Ermittler der Kontinentalarmee. Sie stehen auf verschiedenen Seiten und haben eigentlich überhaupt nichts miteinander zu tun. Doch dann wird Leon mit einem Serienmordfall beauftragt, und die Opfer des Mörders sind ausgerechnet alles Menschen, die Tavi einmal aus dem Feuer gerettet hat. Unweigerlich kreuzen sich die Wege von Tavi und Leon und die Jagd auf den Unbekannten beginnt …

Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten, mich auf ein Hamburg im Teslapunk einzulassen, schlicht, da es meine erste Begegnung mit diesem Genre war. Wie die Alternativwelt aufgebaut ist, wurde aber relativ schnell klar, Karschnick gelingt es, ungezwungen die fremden Mechaniken und ihre alternative Funktionsweise darzustellen. Mit Hamburg hat sich die Autorin zudem einen Ort ausgesucht, der mir dank einigen Besuchen gut bekannt ist, weshalb mich das Buch zusätzlich reizte. Manchmal hätte ich mir mehr Kolorit gewünscht. Der Hafen ist wunderbar beschrieben, nur die Alster hat mir irgendwie gefehlt, so hätte es eine Hafenstadt unter vielen sein können. Das stört die Geschichte nicht, ich fand es allerdings schade.

Unabhängig davon war die Story sehr spannend. Nach wenigen Seiten hat mich das Buch voll in seinen Bann geschlagen und das ist auch eine ganze Weile so geblieben. Erst nach 3/4 etwa ist es für mein Empfinden etwas abgeflacht. Wobei daran weniger der Spannungsbogen selbst Schuld war, als mehr die Charaktere. Katharina konnte ich nicht so richtig einschätzen. Leons Unentschlossenheit und Tavis Blauäugigkeit ärgerten mich. Manchmal hätte ich ihnen wirklich gerne in den Allerwertesten getreten. Was mich tatsächlich ein wenig genervt hat, war dieses ständige „Gefühl der Vertrautheit“, da bin ich glaube ich auch etwas gebrandmarkt. Hier hätte ich mir irgendwie mehr gewünscht, etwas, das ich besser nachvollziehen kann, als diese „magische“ Liebe. Denn dadurch fiel es mir mit der Zeit schwer, mich auf die beiden Perspektivträger einzulassen.

Mit dem Schreibstil hatte das allerdings nichts zu tun. Das Buch ist sehr gut geschrieben. Teilweise konnte ich die Motorik im Kampf nicht ganz nachvollziehbar, aber das waren Ausnahmen. Besonders gut gefallen haben mir die Wechsel zwischen den beiden Perspektiven. Nur an einer Stelle fehlte mir die innere Sichtweise von Tavi, ab da konnte ich ihr Verhalten (leider) auch nicht mehr ganz nachvollziehen.

Cover und Satz sind sehr ansprechend gestaltet. Vor allem die Feder am Buchrand macht natürlich viel her und ist superschick. Das Cover ist außerdem sehr detailtreu, ich verweise nur mal auf den Dolch, den Tavi in der Hand hält. Ein kleines Accessoire, das mir erst bei näherem Hinsehen aufgefallen ist. Die Schriftart ist zudem angenehm groß. Was ich auch noch positiv hierbei bemerken möchte, ist das Inhaltsverzeichnis. Die einzelnen Kapitel von Tavi und Leon jeweils unterschiedlich zu kennzeichnen, finde ich eine sehr schöne Idee. Alles in allem also wirklich liebevoll und einfach schön gestaltet, ein echter Hingucker!

Fazit: Auch wenn die Geschichte für meinen Geschmack ein paar kleine Mängel aufweist, kann ich sie im Großen und Ganzen sehr empfehlen und zwar allen, die Fantasy lieben und nicht nur denen, die ein Faible für Teslapunk haben. „Phoenix – Tochter der Asche“ hat den DPP meiner Meinung nach durchaus verdient gewonnen!

Ich lese gerade:

Data from Goodreads

  • Book cover

    Die Lüge von Amergin Manor

    Antonia Günder-Freytag

    52 %
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