Nina Casement

von | Mai 20, 2016 | 0 Kommentare

Isabella Benz: Die letzte Autorin in unserer Reihe „Wenn alte Wellen singen“ ist Nina Casement. Herzlich Willkommen, liebe Nina! Verrätst du uns erstmal, seit wann du schreibst?
Nina Casement: Ich schreibe seit etwa elf Jahren an unterschiedlichen Kurzgeschichten und Buchprojekten. Seit meiner Kindheit bin ich allerdings zunächst heftiger Lese-Junkie, das hat sicherlich den Grundstein gelegt. Ab davon faszinieren mich in erster Linie das Geschichtenerzählen und der Spaß an Sprache.
Isabella Benz: Und wie stehst du zum Wasser?
Nina Casement: Die meiste Zeit meines Lebens habe ich nicht mehr als 10 Minuten vom Rheinufer entfernt gewohnt, deshalb bin ich ein echtes Flusskind und fühle mich an Fließwässern so heimisch wie manche Menschen am Meer oder in den Bergen.
So kam es, dass ich mich auch beruflich immer wieder mit Gewässern auseinandergesetzt habe. Dabei stieß ich auch auf den schweren Eisgang im Winter 1784, der Köln-Mühlheim zu allergrößten Teilen zerstörte.
Isabella Benz: Der historische Hintergrund für deine Kurzgeschichte?
Nina Casement: Mehr oder weniger, die Vorstellung, wie Menschen eine solche Katastrophe erleben – insbesondere in einem Zeitalter, in dem man sich den Naturgewalten noch viel ausgelieferter sah – erschien mir sehr schreibenswert.
Isabella Benz: Liegt deiner Geschichte denn ein tatsächliches historisches Ereignis zugrunde oder entspringt alles komplett deiner Fantasie?
Nina Casement: Konkrete Belege für einen Eisgang der Donau zu dieser Zeit gibt es zwar nicht, es ist, meteorologisch betrachtet, aber davon auszugehen, dass auch damals und dort solche Ereignisse stattfanden.
Isabella Benz: Und das beschreibst du sehr eindrücklich. Vielen Dank für deine Antworten! Zum Abschluss gibt es deshalb einen Ausschnitt aus deiner Kurzgeschichte:

Abends brach das Eis auf und mit einem Mal verwandelte sich die Donau in ein Meer aus Schollen, manche schwerer als ein Ochse, die wie ein lebendig gewordenes Gebirge an ihr vorbeitrieben, aneinander stießen und sich ineinander verkeilten. Auch so etwas hatte Luise noch nie gesehen, sie schwankte zwischen Faszination und Schrecken.

Die Anthologie erschien am 10.02. und kann beim Burgenweltverlag oder auf Amazon bestellt werden.

Ich lese gerade:

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  • Book cover

    Die Ratten von Chakas (Die Greifen #1)

    C.M. Spoerri

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