Manuela Schörghofer

von | Apr 29, 2016 | 0 Kommentare

Isabella Benz: Manuela Schörghofer, du bist die nächste in unserer Reihe „Wenn alte Wellen singen“. Herzlich Willkommen hier! Du bist Autorin. Erzähl uns doch erstmal, wie du beim Schreiben vorgehst 🙂
Manuela Schörghofer: Ich brauche einen Plan für die Geschichte. Bevor ich den ersten Satz schreibe, stehen der Plot und einzelne Szenen, manchmal sogar schon eine ganze Abfolge davon fest.
Isabella Benz: Hast du einen Tipp für Schreibbegeisterte?
Manuela Schörghofer: Allen Schreibbegeisterten, die nicht ausschließlich für die eigene Schublade schreiben wollen, möchte ich zurufen, niemals aufzugeben und offen für Kritik zu sein. Rückschläge sind die Regel. Sich davon nicht entmutigen zu lassen ist unglaublich schwer. Konstruktive Kritik sollte angenommen werden, auch wenn das heißt, Szenen neu zu schreiben oder gar ein ganzes Buch. Jede Fassung ist besser als die vorhergehende.
Isabella Benz: Das klingt, als ob du das bereits einige Male hinter dir gehabt hättest. Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Manuela Schörghofer: Meine ersten eigenen Geschichten habe ich bereits in der Grundschule geschrieben und vor der Klasse vorgetragen. Bücher haben mich von Beginn an fasziniert und meine Fantasie angeregt. Wegen Familie und Beruf konnte ich meiner Leidenschaft lange nicht nachkommen. Neu belebt wurde sie durch die Geschichten von J.K. Rowling. Dadurch lernte ich das weite Spektrum der Fanfiktions kennen und habe selbst einige verfasst. Das weckte in mir das Verlangen, wieder eigene Charaktere zu erschaffen und in deren Geschichten einzutauchen.
Isabella Benz: Und jetzt hast du eine Kurzgeschichte zum Wasser geschrieben. Wie würdest du dein persönliches Verhältnis zu Wasser beschreiben?
Manuela Schörghofer: Als Kind waren Lesen und Schwimmen meine liebsten Freizeitbeschäftigungen. Auch heute noch halte ich mich gerne in und auf dem Wasser auf. Ich liebe das Rauschen der Wellen oder das leichte Schaukeln eines Bootes.
Isabella Benz: Da geht es dir wohl wie deinem Protagonisten. Zumindest klingt dieser Ausschnitt sehr ähnlich:

Er liebte es, die Schiffe zu beobachten, die den Rhein abwärts bis nach Köln fuhren, um dort Waren zu entladen und neue aufzunehmen. Ein einziges Mal war auch Thomas in der größten Stadt des Heiligen Römischen Reiches nördlich der Alpen gewesen. Kein Tag war seitdem vergangen, an dem er nicht daran gedacht hatte, an dem nicht das Pulsieren der Metropole in seinen Adern widerhallte, die einen großen Teil ihrer Lebenskraft aus dem Fluss zog, an dem sie lag.

Deine Kurzgeschichte spielt in der Nähe von Köln. Verbindet dich etwas Persönliches mit dieser Stadt?
Manuela Schörghofer: Meine Geschichte spielt im Siebengebirge. Das ist ein Mittelgebirge vulkanischen Ursprungs, südöstlich von Bonn und Köln gelegen. Dieses liegt praktisch vor meiner Haustür. Es ist das älteste Naturschutzgebiet in Deutschland und ein sehr beliebtes Ziel bei Wanderern. Auf Schritt und Tritt begegnen einem dort Ruinen des Mittelalters, auch die Löwenburg und die erwähnte Burg der Herren von Drachenfels gehören dazu.
Köln liegt nur etwa 30 km hiervon entfernt. Auch hier stolpert man überall über römische und mittelalterliche Geschichte. In Köln habe ich studiert. Insofern habe ich auch einen anderen persönlichen Bezug zu dieser Stadt, als diese nur zum Einkaufen aufzusuchen.
Isabella Benz: Abschließend würde ich dich bitten, mir etwas über den historischen Hintergrund deiner Kurzgeschichte?
Manuela Schörghofer: Im Mittelalter erschufen die Menschen mit einfachsten Mitteln monumentale Bauwerke, die bis heute Bestand haben. Moderne Bauten werden nie diese Beständigkeit erreichen. Auch der bedingungslose Glaube an Gott mit all seinen Auswirkungen auf das Sozialgefüge, sowie die Allmacht der Kirche und die teils gewalttätige Wirklichkeit sind Dinge, die mich gleichzeitig faszinieren und abschrecken. „Tödliche Gastfreundschaft“ spielt im Hochmittelalter, der Blütezeit der Ritter und Kreuzzüge. Dies ist meine liebste historische Zeit, obwohl ich nicht auf sie festgelegt bin.
Isabella Benz: Offen zu bleiben für Neues ist sicherlich ein guter Ansatz. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß beim Recherchieren und Schreiben, und ich bedanke mich recht herzlich für deine Antworten.

Die Anthologie erschien am 10.02. und kann beim Burgenweltverlag oder auf Amazon bestellt werden.

Mehr über die Autorin und ihre Werke erfahrt ihr auf ihrer Homepage www.schörghofer.de

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  • Book cover

    Die Ratten von Chakas (Die Greifen #1)

    C.M. Spoerri

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