Isabella Benz: Hallo Julia, herzlich Willkommen auf der Autorencouch! Du bist heute als eine der Autorinnen der Hexensteine (AmazonThalia) zugegen. Schnuppern wir doch zunächst in den Anfang deiner Geschichte hinein:

Janus starb. Der Tod kam langsam. Sein Körper, daran gewöhnt auch schwere Wunden zu heilen, kämpfte mit verbissener Zähigkeit um sein Leben. Und obwohl er die besten Jahre bereits hinter sich hatte, war er bisher immer kräftig und gesund gewesen.
Trotzdem würde er sterben, das wusste er. Es lag nicht an der Verfassung, in der sich sein Körper befand, sondern an der seines Geistes. Außer dem Töten hatte er nichts gelernt. Er war ein Krieger, und in dieser neuen Welt des Friedens war kein Platz für ihn.

Nach diesem ersten Einblick: Wovon genau handelt deine Kurzgeschichte denn?
Julia Brito: In meiner Kurzgeschichte geht es um einen alternden Söldner, der sich zwischen der Macht des Jaspis‘ und einem neuen Leben mit neuen Freunden entscheiden muss.
Isabella Benz: Und welche dieser Personen ist dir der oder die liebste? Der Söldner? Oder einer seiner Freunde?
Julia Brito: Ohh, das ist gemein! Ich habe die meisten meiner Protagonisten lieb, aber in „Janus“ ist es Gilbert, denke ich, einfach deswegen, weil er, obwohl ich das leider nur andeuten konnte, ein sehr vielschichtiger und interessanter Charakter ist.
Isabella Benz: Hast du denn die Kurzgeschichte lange vorgeplant? Oder bist du allgemein eher Bauchschreiber?
Julia Brito: Definitiv ein Bauchschreiber. Wenn ich anfange zu schreiben, habe ich meistens die Charakterkonstellation schon im Kopf und weiß, worum es gehen wird. Ein paar Szenen sind manchmal auch schon da, aber alles andere kommt, wenn ich es schreibe, vor allem der genaue Handlungsverlauf. Da muss ich schon manchmal mehrmals ansetzen, aber so kann ich aktuelle Ideen und Eindrücke einflechten und der Eigendynamik der Geschichte Raum geben. All die Arbeit hat sich gelohnt wenn ich an den Punkt komme, wo die Charaktere anfangen, von selbst zu handeln.
Isabella Benz: Diesen Moment, wenn die Charaktere anfangen zu leben, finde ich auch sehr schön. Arbeitest du momentan auch wieder an Projekten?
Julia Brito: Ja, ich habe momentan verschiedene Projekte, an denen ich immer mal wieder arbeite. Veröffentlicht wird davon in naher Zukunft wohl keines, aber zusammen mit einer Freundin, die die Illustrationen beigesteuert hat, habe ich im Selbstverlag und in einer sehr kleinen Auflage ein Kinderbuch herausgebracht.
Isabella Benz: Das klingt auf jeden Fall sehr fleißig. Hast du einen Tipp, den du anderen Schreibbegeisterten gerne mit auf den Weg geben würdest?
Julia Brito: Für mich hat es sich bewährt, viel zu lesen. Wer bewusst liest, kann sich elegante Kniffe, passende Ausdrücke und wirkungsvolle Techniken abgucken – und im schlimmsten Fall immer noch aus den Fehlern anderer Autoren lernen. Und natürlich: viel schreiben. Meiner Erfahrung nach gibt es sowas wie eine Schreibblockade nicht. Vielleicht kann man grad nicht über ein bestimmtes Thema oder an einer bestimmten Geschichte schreiben, aber wenn man will, geht es immer. Man sollte sich immer ins Gedächtnis rufen, dass man in erster Linie nur für sich selbst und zum Spaß schreibt.
Und natürlich braucht man die richtige Musik und viel Kaffee.
Isabella Benz: Beim Kaffee sind wir voll und ganz auf einer Wellenlänge *lach* Vielen Dank für dieses Interview, liebe Julia!