Erik Huyoff

von | Mai 6, 2016 | 0 Kommentare

Isabella Benz: Die nächste Person auf der Autorencouch ist der einzige Autor in einer Reihe von Autorinnen. Erik Huyoff! Herzlich Willkommen hier. Du hast ebenfalls eine Kurzgeschichte in der Anthologie „Wenn alte Wellen singen“ veröffentlichen. Magst du uns erstmal verraten, was Wasser für dich bedeuten?
Erik Huyoff: Hm, eine schwierige Frage. Ich mag leichten Regen in lauen Sommernächten, kristallklare Bergseen und Quellen. Zur Abkühlung in einem Pool ein paar Bahnen zu schwimmen – und Wasserrutschen, Wildwasserbahnen oder Raftinganlagen jeglicher Art. Was ich nicht mag: Salzwasser – und weltuntergangsartige Regenschauer, die einen binnen Sekunden bis auf die Knochen durchnässen.
Isabella Benz: Ja, solche Platzregen können sehr unangenehm sein. Mal unabhängig vom Wasser – Du bist Autor. Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Erik Huyoff: Bereits in der Schule habe ich angefangen, erste Kurzgeschichten und Gedichte zu schreiben, da mich Bücher, seitdem ich denken kann, begeistert haben. Mich hat es schon immer fasziniert, neue Welten zu erschaffen, Geschichten zu erzählen – oder einfach auch alltägliche Ereignisse durch das Schreiben nochmals zu erleben oder zu verarbeiten. Doch erst seit 2013, seitdem ich mich mit gleichgesinnten Autoren zusammengetan habe, schreibe ich regelmäßig und arbeite auch konsequent an meinen Texten, die ich vorher eher zum Spaß an der Freude geschrieben hatte.
Isabella Benz: Nun, ich hoffe doch, der Spaß ist dadurch nicht verloren gegangen. Wollen wir als nächstes einen Blick in deine Kurzgeschichte werfen:

Erneut fragte ich mich, wie es so weit hatte kommen können, wie wir uns so hatten überrumpeln lassen. Doch es war nicht an mir, den König zu kritisieren – als sein Lehensmann würde ich ihm bis in den Tod folgen. So verlangte es mein Gewissen. Mochten Gott und die Geschichte ihr Urteil über ihn fällen.

Du schreibst ja aus der Ich-Perspektive und hast damit einen starken Fokus auf deinen Protagonisten. Was ist dir bei der Entwicklung deiner Charaktere besonders wichtig?
Erik Huyoff: Dass sie sich auch wirklich entwickeln und nicht einseitig bleiben. Klar sind die Rollen als Protagonist und Antagonist ziemlich starr vorgeschrieben. Das heißt aber nicht, dass man als Antagonist keine guten, als Protagonist keine schlechten Eigenschaften haben kann. Kein Mensch, kein Charakter ist perfekt – und diesem Umstand sollte man auch in seinen Texten Rechnung tragen.
Isabella Benz: Sind dir die Charaktere beim Schreiben auch am wichtigsten? Oder gibt es da noch etwas anderes?
Erik Huyoff: Das Wichtigste beim Schreiben ist es, zu schreiben. Kaum ein Text (wenn überhaupt) ist perfekt, man findet immer wieder Sachen, die man nach längerem Überlegen anders machen würde. Daher ist es umso wichtiger, die Korrekturen auszublenden und erstmal eine Rohfassung zu produzieren, die man anschließend nochmal überarbeitet. Aber erstmal muss ein Text zu Papier (oder auf den Bildschirm) gebracht werden.
Isabella Benz: Verrate uns doch bitte zum Abschluss noch, was der historische Hintergrund deiner Kurzgeschichte ist.
Erik Huyoff: Geschichte war schon immer eines meiner Lieblingsfächer in der Schule und fast hätte ich es auch studiert. Bereits als Jugendlicher verschlang ich alle historischen Romane, die mir in die Finger gerieten. Meine Geschichte basiert auf dem Beginn des „hundertjährigen Krieges“ zwischen England und Frankreich im Spätmittelalter. Seit Rebecca Gablés bahnbrechenden Romanen über die Rosenkriege war ich ein Fan der Geschichte Englands – und dass diese Ausschreibung mir die Chance gab, ebenfalls mit einer Kurzgeschichte in diese faszinierende Thematik eintauchen zu können, kann nur als Glücksfall bezeichnet werden.
Isabella Benz: Nun, es ist zu einem Großteil aber auch deinem Können zu verdanken und nicht nur dem Glück 😉 Vielen Dank für deine ehrlichen Antworten!

Die Anthologie erschien am 10.02. und kann beim Burgenweltverlag oder auf Amazon bestellt werden.

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  • Book cover

    Die Lüge von Amergin Manor

    Antonia Günder-Freytag

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