Drachenelfen 1

von | 7. Mrz 2017 | 0 Kommentare

„Viele Protagonisten, drei Welten, ein Kampf – doch Band 01 klingt wie ein einziger, großer Prolog. Schade! Aus dieser Grundidee hätte so viel mehr werden können.“

Autor: Bernhard Hennen
Sprecher: Hans Peter Hallwachs
Umfang: 37:09 Stunden
Sprache: Deutsch
Kauf: Amazon

Zusammenfassung
Nachdem sie den Prinzen der Trolle getötet hat, muss Nandalee ihre Sippe verlassen. Gejagt von den Trollen hat sie eigentlich keine Überlebenschance. Doch dann wird sie von den Drachenelfen Ailyn und Gonvalon aufgegriffen und zum Schwebenden Meister gebracht. Sie soll selbst zur Drachenelfe ausgebildet werden.
Als vor ihm der unsterbliche Aaron aus dem Himmel fällt, wird der Bauer Artax kurzerhand von dessen „Gott“, einem Devanthar mit Löwenkopf, in eben diesen Unsterblichen verwandelt und damit zum Herrscher Arams gemacht. Er fasst einen kühnen Entschluss: die Welt zu verbessern. Doch dabei stehen ihm nicht nur die Stimmen im Weg, die vor ihm Aram regiert haben und ihn in seinem Kopf peinigen.
Der Schmied Galar will sich von den Drachen befreien. Gemeinsam mit Hornbori, einem Aufschneider, begibt er sich auf die Jagd.

Diese Hauptcharaktere agieren in drei Welten, die das Setting dieses Fantasyromanes ausmachen. Drachen, Zwerge, Elfen und Trolle leben in Albenmark, einer Welt, deren Schöpfer die Alben sind. Die Welt der Menschen besteht aus 7 Großreichen, in denen „Unsterbliche“ regieren. Sie sind jeweils Auserwählte der Devanthar. Stirbt ein Unsterblicher, wird er durch einen anderen Menschen ersetzt. Da die Menschen sich stark vermehren, reisen sie nach Nangog. Diese Welt wurde von Alben und Devanthar gemeinsam aus einer getöteten Göttin erschaffen und eigentlich wurde ein Pakt geschlossen, dass Nangog unberührt bleibt. Eine Verbindung zwischen den drei Welten besteht durch die sogenannten Albensterne. Doch diese können nur Zauberkundige öffnen: Drachen, ihre Diener die Drachenelfen oder Devanthar. Auch wenn ich eine Weile brauchte, um mich in diese Welten hineinzuhören – besonders die Gestalt der „Wolkensammler“ (http://de.elfen.wikia.com/wiki/Wolkensammler) blieb mir anfangs ein Rätsel – am Ende des Romans hat mir das Setting doch gefallen. Allerdings fand ich die Umsetzung der Darstellung verbesserungswürdig. Dass es sich um 3 verschiedene Welten handelt und wofür die Albensterne gut sind, habe ich zum Beispiel erst nach etwa der Hälfte verstanden. Etwas so Grundlegendes sollte meines Erachtens nach früher verdeutlicht werden.

Auch die Charaktere waren mir zu wenig ausgearbeitet. Vielleicht waren es einfach zu viele, aber ich fürchte eher, dass sie mir zu sehr Stereotype waren: Die rebellische Wilde Nandalee, der liebeskranke, gut aussehende Schwertkämpfer Gonvalon, die tollpatschige, aber begabte Zauberweberin Bidayn, die kaltherzige, undurchsichtige Lyvianne. Bei den Elfen fand ich als einzigen Talawain interessant, der kam jedoch vergleichsweise selten vor, und als er anfängt, nur noch sentimental nachzusinnen, wird auch er etwas nervig. Das gleiche passierte mir mit dem Drachen Nachtschwinge. Anfangs fand ich ihn spannend, doch je häufiger er eigene Szenen erhielt und nur noch nachdachte und dabei noch in verschiedenen Szenen immer das gleiche dachte, wurde es ätzend. Die ewigen Überlegungen störten mich auch bei Artax. Aber dazu beim Schreibstil mehr. Die Zwerge kommen vergleichsweise selten vor. Galar ist sehr verschroben, was ihn meiner Meinung nach auszeichnet. Hornbori ist ein Schwachkopf und seine Sucht nach Ruhm hat mich sehr genervt. Von der Verteilung her ist die Geschichte der Zwerge definitiv ein Nebenplot. Zwischen Artax und Nandalee lässt sich dies nicht so genau entscheiden. Laut Klappentext ist Nandalee die Protagonistin, das hätte meines Erachtens besser herausgearbeitet werden können. Tatsächlich passiert bei den Menschen fast mehr als bei Nandalee.

Die Geschichte um Nandalee fand ich langweilig. Der Spannungsbogen verläuft hier extrem flach. Im Prinzip durchläuft sie vier Stationen, von denen ich die ersten drei einfach einmal nenne: die Flucht, die Zeit beim Schwebenden Meister und in der Weißen Halle. Alle diese Stationen sind wichtig, aber nur die letzte bringt die Geschichte voran. Spannend waren für mich lediglich die Übergänge. Dazwischen passierte extrem viel, aber soweit ich das nach Band 01 beurteilen kann, war es weder für die Charaktere noch für den Plot relevant. Bei Artax war dies nicht ganz so extrem, aber auch hier hätte man meiner Meinung nach auf die ein oder andere Szene verzichten können.

Dass die Geschichte dahin plätschert, hängt vermutlich auch mit dem Schreibstil zusammen. Die einzelnen Szenen und Phrasen in den Szenen sind redundant. Das betrifft vor allem Gedanken. Der Autor bedient sich für meinen Geschmack mindestens einmal zu häufig dem inneren Monolog, besonders, da hierbei oft nichts Neues herum kommt, wobei ich gerne wieder auf die Stereotypen-Charaktere verweise. Zur wenig ausgemalten Welt habe ich ja bereits oben etwas geschrieben. Die Sätze an sich sind gut formuliert. Dass Hennen schreiben kann, will ich mit dieser Rezension keineswegs bestreiten. Aber ich finde, der Roman hätte eine gründlichere Überarbeitung bedurft, bei denen die Szenen und in den Szenen die Redundanzen gestrichen, dafür mehr Atmosphäre hätte aufgebaut werden müssen.

Fazit: Eine gelungene Idee, ein interessantes Setting, aber mich hat die Umsetzung große Strecken über schlicht gelangweilt. Ich werde der Fortsetzung noch eine Chance geben, allerdings mit der Option, die Reihe abzubrechen, sollte mir Band 02 nicht mehr zusagen. Wer ungewöhnliche Welten mag, kein Problem mit einer Vielzahl von Charakteren hat und es mag, wenn sich Geschichten langsamer entwickeln, der kann hieran sicher Gefallen finden. Dass der Roman meinen Geschmack nicht getroffen hat, fand ich tatsächlich sehr Schade!

Ich lese gerade:

Data from Goodreads

  • Book cover

    Die Ratten von Chakas (Die Greifen #1)

    C.M. Spoerri

    100 %
    100 %

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