Die silberne Königin

von | 1. Mai 2017 | 0 Kommentare

„Bewaffnet euch mit warmen Decken und heißer Schokolade und lasst euch nach Silberglanz entführen. Katharina Seck zaubert eine Welt voll kalter Verzweiflung und heller Hoffnung.“

Autorin: Katharina Seck
Print: 368 Seiten
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung: Winter – Emma kennt keine Jahreszeit außer dieser, denn schon lange vor ihrer Geburt wurde das Land Silberglanz von Schnee überhäuft, der nicht mehr weichen will. Das Überleben ist mühselig, denn nur über eine einzige Handelsstraße wird das Land mit Essen von Händlern versorgt. Die einzige Geldquelle besteht in den Silberminen, in denen auch Emma schuftet, um sich und ihren Vater am Leben zu halten. Denn ihr Vater ist seit ihre Mutter und ihre Großeltern verstorben sind, dem Alkohol verfallen und ihr Verhältnis ist unterkühlt.

Emma wird jäh aus ihrem tristen Alltag gerissen als der Schacht, in dem sie gräbt, zusammenbricht und sie dem Tod nur knapp entrinnt. Sie beschließt, sich eine andere Arbeit zu suchen, und landet bei Madame Weltfremd, die eine Chocolaterie betreibt. Madame Weltfremd erzählt Emma und deren Kollegin und baldigen Freundin Ophelia ein Märchen, die Geschichte der Silbernen Königin, die Emma ausgerechnet in die Arme von Casper, dem kaltherzigen König von Silberglanz, treibt.

Mit der Autorin dieses Romans, Katharina Seck, bin ich schon eine ganze Weile befreundet. Von „Die Silberne Königin“ habe ich früh gehört, denn etwa in der Zeit als die erste Fassung des Buches erschien, haben Katharina und ich uns kennen gelernt. Bei dieser ersten Fassung blieb es aber nicht und ich hörte immer wieder davon, wenn sie wieder am Überarbeiten war. So war ich ganz gespannt, was nun aus dem Buch geworden ist und bestellte es mir vor, sobald es vorbestellbar war. Das Buch kam mitten in meine Examensphase, deshalb bin ich erst jetzt dazu gekommen, es zu lesen. Dafür habe ich es innerhalb von zwei Tagen verschlungen, so gut hat mir das Buch gefallen.

Mit dem Einstieg habe ich mir etwas schwergetan. Die ersten Seiten habe ich gebraucht, um mich an die Namen zu gewöhnen. Das waren vor allem Namen wie das Land „Silberglanz“ und die Stadt „Glanzvoll“ oder „Madame Weltfremd“.

Nach ca. 30 Seiten war ich aber in die Geschichte hineingekommen. Vor allem die Charaktere habe ich nach und nach ins Herz geschlossen. Als erstes ist das Ophelia gelungen. Ihre lockere, freundliche Art hat mir sofort gut gefallen. Auch Emmas Vater mochte ich sehr gerne, auch wenn man ihm anfangs am liebsten einen Tritt in den Allerwertesten verpassen würde. Schließlich imponierte mir Madame Weltfremd mit ihrer verschrobenen Art. In dieser Geschichte gilt in den meisten Fällen: nomen est omen. Einzig und allein Emma selbst bleibt ein wenig blass, auch wenn sie durchaus eine Entwicklung in der Geschichte durchmacht. Ich frage mich ja oft, ob eine blasse Hauptfigur nicht notwendig ist, damit die Leser/innen eine Folie haben, in die sie sich hineinfallen lassen können. Auch hier passt der Name „Emma“ hervorragend. Man spürt dem Roman ab, dass er wohl überlegt und durchkomponiert ist.

Das trifft auch auf die Wendepunkte zu. Ich fand die Spannung stets sehr hoch und für mich war es eine angenehme Mischung zwischen Wendungen, die ich erwartet und denen ich entgegen gefiebert habe, und Wendungen, die ich so gar nicht hatte kommen sehen. In der Mitte wurde es etwas zäh, ich finde aber, dass hier eine der wichtigsten Charakterentwicklungen stattfindet und es daher legitim ist. Für meinen Geschmack hätte man es im Mittelteil und ganz am Schluss etwas straffen können, aber den Punkt, das es mich gelangweilt hätte, hat das Buch nicht erreicht.

Einen kleinen Tipp an alle, die das Buch noch lesen möchte oder bei denen es durch meine Rezensionen auf der Wunschliste gelandet ist: Stellt ein paar Täfelchen Schokolade für das erste Viertel bereit. Ich habe bei der Beschreibung von Emmas Arbeit in der Chocolaterie einen Heißhunger auf Schokolade bekommen. In der zweiten Hälfte sollte man sich dann warm einpacken (oder das Buch erst in einigen Monaten lesen ;)), denn es wird eisigkalt.

Fazit: Eine zauberhafte Winterlandschaft, eine tapfere junge Frau, Schokolade, ein kaltherziger König und dann ist doch alles anders als man denkt. Sehr gelungen!

Ich lese gerade:

Data from Goodreads

  • Book cover

    Die Lüge von Amergin Manor

    Antonia Günder-Freytag

    52 %
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