Die Charaktere

von | 5. Jun 2016 | 0 Kommentare

Eine Geschichte lebt von ihren Protagonisten. Für mich zumindest ist es beim Lesen das A und O, dass ich mich in die Figuren hineinversetzen und mit ihnen leiden kann. Dabei muss ich nicht unbedingt die Helden lieben und die Bösewichter hassen, oft sind es gerade die Ecken und Kanten, die eine Figur interessant machen.

Persönlich finde ich die Sonnyboys eher langweilig und neige dazu, meine männlichen Hauptfiguren zu negativ darzustellen. Meist finde ich die kühlen und geheimnisvollen Männer als Protagonisten interessanter. Ich muss also aufpassen, dass sie trotzdem noch liebenswert erscheinen. Bei Dareios habe ich mich einmal daran versucht – nach dem Motto: Kill your darlings – von diesem Grundsatz wegzugehen. Ich bin dabei von seiner Vergangenheit her gegangen und habe überlegt, wie sich wohl ein Junge entwickeln würde, der seit seines 7. Lebensjahr unter Toten aufgewachsen ist. Schnell war mir klar: Er hat kaum soziale Kontakte, er ist eigentlich nur im Kampf geschult, und er kennt das wahre Leben nicht. Das heißt er muss beim Umgang mit Lebenden unsicher und tollpatschig sein. Eine gewisse Weldfremdheit ist meines Erachtens selbstverständlich. Das heißt, bei der Charakterentwicklung geht es mir darum, einen Zusammenhang zwischen der Vergangenheit der Figuren und ihren jetzigen Eigenheiten herzustellen.
Das habe ich auch bei meiner Protagonistin Carolina angewandt. Sie ist religiös aufgewachsen und diese Religiosität bestimmt sie hauptsächlich. Wenn ihr Glaube ins Wanken gerät, betrifft sie das in allem, was sie ist. Meine weiblichen Hauptfiguren sind übrigens meist ein wenig passiv, das ist auch etwas, wo ich aufpassen muss, obwohl ich beim Lesen viel, viel lieber starke und selbstbewusste Frauen mag 😉

Abgesehen davon entwickeln sich viele der Nebencharaktere erst beim Schreiben. Ich habe für jeden Charakter einen kurzen Steckbrief, um zu verhindern, dass mir solche Fehler unterlaufen wie ihnen einmal blaue und später grüne Augen zu verpassen. Die Nebencharaktere sind lustigerweise oft diejenigen, die mich mehr zum Schreiben motivieren als meine Hauptfiguren. In „Vermächtnis der Hüter“ hat sich dabei besonders Jannika Lalev als Muse entpuppt.

Wie ist das bei euch? Haben die Hauptfiguren, die ihr mögt, besondere Eigenschaften? Erkennt ihr da bei euch selbst ein Schema? Ich bin gespannt, von euren Darlings zu hören 🙂

Ich lese gerade:

Data from Goodreads

  • Book cover

    Die Lüge von Amergin Manor

    Antonia Günder-Freytag

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