Der Plot (2)

von | 1. Jun 2016 | 0 Kommentare

Im letzten Blogbeitrag habe ich euch bereits eine Möglichkeit verraten, wie ich meine Plots entwickle. Dabei lag der Schwerpunkt mehr darauf, wie man seinen roten Faden findet und trotzdem spannende Wendepunkte einbaut. Manchmal kann man mit dieser Methode aber auch gegen die Wand fahren. Ein Charakter stellt sich quer und will einem einfach nichts über seine Hintergründe erfahren. Ein richtig guter Kniff hat es sich irgendwo in den Wolken bequem gemacht und absolut keinen Bock, zu dir herunter zu kommen. Oder aber du bist unsicher, ob die Geschichte tatsächlich so toll ist, wie sie sich anfühlt.
In all diesen Fällen hilft nur eins: Zwing dich raus aus der Isolation und rede mit anderen über deine Geschichte. Mir hat das bei „Vermächtnis der Hüter“ sehr viel gebracht. Ich habe das gleich auf zwei verschiedene Weisen genutzt.

Zum einen hatte ich eine sehr gute Freundin und Studienkollegin, die die Geschichte von Anfang an toll fand. Sie ist begeisterte Viel-Leserin und hat auch ganz gut der Zielgruppe entsprochen, die ich mir für das Buch vorstellen konnte. Entsprechend habe ich bei akuten Notfällen öfter mal einen Kaffee mit ihr getrunken, ihr von meinen Ideen erzählt und mir ihre verrückten Lösungsvorschläge angehört. Zugegeben, die waren meist so abgespacet, dass ich selten etwas davon auch umgesetzt habe. Ich habe zwar nichts gegen ungewöhnliche Paare, aber nein, meine Protagonisten sind nicht schwul, und Noelia kommt auch nicht mit Carolinas dreißig Jahre älterem Patenonkel zusammen! Übrigens war ganz häufig eine ihrer Optionen: Dann lass XY einfach sterben. Kill your darlings! Ist aber gar nicht so einfach … *lach* Aber unabhängig von ihren Vorschlägen, hat es mir unglaublich viel gebracht, darüber zu reden und nicht nur für mich selbst dahin zu wursteln. Es ist nicht nur einmal passiert, dass sich der Knoten durch ein solches Gespräch gelöst hat.

Zum anderen war ich Forum Tintenzirkel in einer internen Plotgruppe. Wir waren ca. 5 Autorinnen und Autoren, die sich dort über ihre Werke ausgetauscht haben. Ich konnte meinen Plot hochladen, und mir wurden Rückfragen gestellt, bzw. Probleme im Vorhinein sehr deutlich gemacht. Das hatte zwei größere Nachwirkungen:
1. „Vermächtnis der Hüter“ uferte so aus, dass aus der ursprünglichen Trilogie 4 Bände wurden, da der erste Band, berechtigterweise, zweigeteilt werden musste.
2. Ich lernte eine Betaleserin kennen, die das Werk jetzt schon seit mehreren Jahren begleitet (6, um genau zu sein). Solche treuen Seelen sind selten, und ich bin super froh und dankbar, dass Vermächtnis der Hüter eine so tolle Patin gefunden hat!

Ihr seht: Ich bin kein Fan davon, im stillen Kämmerlein zu plotten. Eine lebendige Geschichte entwickelt sich meist, wenn man ihr den nötigen Freiraum lässt und sich Zeit für sie nimmt, sie hegt und pflegt. Und dazu braucht man manchmal auf die Hilfe von anderen 🙂

Wie seht ihr das?
Plottet ihr überhaupt? Und teilt ihr eure Geschichte vor dem Schreiben mit anderen?

Ich lese gerade:

Data from Goodreads

  • Book cover

    Die Ratten von Chakas (Die Greifen #1)

    C.M. Spoerri

    100 %
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