Autorin: Hanna Nolden
Print: 108 Seiten
Verlag: Machandel Verlag
Sprache: Deutsch
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Bewertung: Eine Schatzsuche mit einem Herz für Tierschützer, bei der die Figuren mitunter leider etwas zu kurz kommen.
Jonas hasst Katzen. Er verdient sich zwar in den Sommerferien gerne mal ein bisschen Taschengeld dazu, aber dass er dafür ausgerechnet für die schräge alte Frau Rigby, die in einem Haus voller Katzen wohnt, einkaufen muss, ist fast ein bisschen zu viel verlangt. Zum Glück kommt seine beste Freundin Delilah mit. Eigentlich heißt sie Tabea aber seit ihre Eltern sich getrennt haben, färbt sie sich die Haare pinkt, steht auf Japaner und nennt sich Delilah.
Frau Rigby gibt den Kindern eine Limonade aus, und diese Limonade stellt Jonas gesamtes Leben auf den Kopf! Plötzlich kann er Tiere verstehen. Und die Katzen von Frau Rigby sind ziemlich aufdringlich. Sie wollen, dass Jonas ihnen ihren Schatz zurückbringt, der ihnen anscheinend vor hunderten von Jahren gestohlen wurde, vermutlich von den Hunden. Wer den Schatz besitzt, ist das beliebteste Tier der Welt. Jonas stimmt zu, allerdings kommen ihm schnell Zweifel: Wieso sollen denn ausgerechnet die Katzen diesen Schatz bekommen? Seine armen, von den meisten Menschen verachteten Ratten hätten so etwas doch viel dringender notwendig …
Die Moral der Geschichte ist damit relativ schnell greifbar: Tiere sollten gut behandelt werden. Tierversuche oder das Töten ungewollter Tierbabys ist verabscheuenswert. Die Geschichte verläuft dabei relativ geradlinig, große Überraschungen gab es keine. Es liest sich flott und ist größtenteils spannend. Ich hatte an keiner Stelle wirklich das Gefühl, keine Lust mehr zum Lesen zu haben.
Dennoch ist die Geschwindigkeit der Story meiner Meinung nach eher ein Manko. Dadurch kommt keine richtige Charakterentwicklung zustande, was ich schade fand. Denn Wendungen gab es durchaus. Allerdings gingen diese teilweise so schnell vor sich, dass ich eher das Gefühl hatte, in den Figuren wird ein Schalter umgelegt. Ein Mitgrund dafür ist sicherlich, dass viele Passagen zusammengefasst wieder gegeben werden und ich viele Informationen einfach erhalten, ohne sie wirklich nachzuspüren. Sie haben es mir schwer gemacht, mich richtig in Jonas hineinzufühlen und auch die Atmosphäre wollte nicht so Recht aufkommen.
Problematisch finde ich außerdem, zu sagen, für welche Altersgruppe ich die Geschichte sinnvoll finde. Die Idee um den Schatz der Katzen, die Tierschützerinitiative und auch die Abenteuersuche an sich hätte ich fast für jüngere Leser, ab acht, passender gefunden. Gleichzeitig finden sich ziemlich viele Anspielungen auf die Pubertät, was durchaus gelungen ist, aber definitiv eher in den Interessenbereich zwölfjähriger fällt. Das passte für mein Empfinden nicht ganz zusammen.
Fazit: Die Schatzsuche und der Schutz der Tiere ist eine schöne Idee, die Umsetzung konnte mich aber nur bedingt überzeugen. Ein paar Seiten mehr und eventuell eine stärkere Fokussierung auf eine jüngere Leserschaft hätten die Geschichte runder gemacht.