Der Blutrote Schatten

von | 2. Aug 2016 | 0 Kommentare

„Etwas langatmiger Thriller, mit einer netten Protagonistin, die als Ich-Erzählerin leider viel mehr weiß als die Leser.“

Autorin: Elizabeth Peters
Print: 270 Seiten
Sprache: Deutsch
Kauf: Amazon ~ Buchhandel ~ Verlag

Zusammenfassung:
Victoria Bliss erhält ein Paket mit einer roten Rose und einem Flugticket nach Stockholm. Es ist von John Smythe, einem Ganoven, den sie in Rom kennen gelernt hat. Jetzt will der Halunke erneut ihre Hilfe als Kunsthistorikerin. Das Abenteuer lockt sie und so fliegt sie nach Stockholm, nur, um von einem Schlamassel ins nächste zu stolpern.

Die Geschichte zieht sich leider ziemlich hin. Bliss erhält zwar das Ticket ziemlich schnell und entschließt sich auch direkt, nach Stockholm zu fliegen, dann folgen jedoch ziemlich viele Beschreibungen der Stadt. Schritt für Schritt kommt sie dem Geheimnis näher, aber gefühlt dauert jedes Weiterkommen von ihr eine Ewigkeit. Interessanter wird es erst, als sie zu Johns vermeintlichem Opfer fährt. Doch auch dazwischen folgen ausschweifende Landschaftsbeschreibungen, die meiner Meinung nach nicht hätten sein müssen. Der Roman ist eigentlich nicht lang, aber für die Geschichte selbst schon zu viel. Richtig spannend fand ich es erst auf den letzten 50 Seiten, etwas schwach für einen Thriller.

Eventuell hängt das auch mit der Perspektive zusammen. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive von Victoria Bliss geschrieben, in der Vergangenheit. Victoria Bliss erzählt ihm Nachhinein, was ihr passiert ist. Damit ist sie eine allwissende Ich-Erzählerin und den Leser*innen weit voraus. Diese Art von Erzählung hat für mich einen gehörigen Teil der Spannung herausgenommen. Ich bin nicht wirklich in die Figur hineingekommen. Sicherlich hängt das auch damit zusammen, dass ich die beiden vorherigen Bände der Reihe nicht kenne, aber ich finde die Perspektive auch nicht optimal für Spannungsaufbau. Das ist sicherlich Geschmackssache, aber wenn ein Ich-Erzähler mehr weiß als ich als Leserin, dann kann ich mich nicht so Recht auf ihn einlassen. Ich fühle mich dabei etwas veräppelt. Die Perspektive ist gut durchgehalten, Handwerklich ist das Buch gelungen. Es trifft nur nicht ganz meinen Geschmack.

Unpassend fand ich auch das Cover. Was der Dolch da sollte, ist mir nach wie vor schleierhaft. Ein Kelch hätte deutlich besser gepasst.

Fazit: Gut geschrieben und nette Charaktere, aber eine sehr ungewöhnliche Perspektive und mir für einen Thriller nicht spannend genug. Wer Ermittlungen mit personaler Ich-Erzählerin mag, der kommt hier aber bestimmt auf seinen Geschmack.

Ich lese gerade:

Data from Goodreads

  • Book cover

    Die Ratten von Chakas (Die Greifen #1)

    C.M. Spoerri

    100 %
    100 %

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