Autorin: Stefanie Bender
E-Book: 59 Seiten
Sprache: Deutsch
Bewertung: Spannender Krimi mit mystischen Elementen und einer gelungenen, historischen Atmosphäre
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In den Augen des Mädchens schimmern schwarze Punkte – Jonathan, der Sohn des einflussreichen Crumbacher Gutsherrn Julius, kann diesen Anblick nicht vergessen. Das fremde Mädchen ist bereits das zweite Opfer, das Crumbach erschüttert und es soll nicht das letzte sein. Geht eine Seuche um? Eine Krankheit, die nur Kinder dahinrafft? Oder ist doch ein Kindsmörder mit einer teuflischen Macht am Werk?
Während der Gutsherr Julius und seine Freunde im Dunkeln tappen, begegnet Jonathan einer verhüllten Gestalt – und plötzlich schimmern auch in seinen Augen schwarze Punkte: Das Todesmal!
Zunächst möchte ich mich beim Verlag und der Autorin dafür bedanken, dass sie mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellten und ich dadurch in den Genuss dieser grueslig-mystischen Novelle kam.
Stefanie Bender ist eine talentierte, junge Autorin, der es mühelos gelingt, ihre Leser in vergangene Zeiten zurückzuversetzen. In der Novelle fühlte ich mich rasch an den historischen Ort zurückversetzt und ich hatte nicht ein einziges Mal das Gefühl, aus dem Setting herauszufallen. Spannend ist die Novelle außerdem, vom ersten Satz an zog die Autorin mich in ihren Bann und ließ mich nicht mehr los, bis ich die Novelle verschlungen habe. Dabei nimmt die Geschichte zur Mitte hin noch einmal an Tempo zu. Mehrmals stockte mir der Atem und ich bangte um den Protagonisten Jonathan, den ich doch sehr rasch in mein Herz geschlossen habe.
Das Tempo, das definitiv Spannung erzeugt, ist leider gleichzeitig das größte Manko der Novelle. Vor allem durch das Cover, das einem sehr eindrücklich Jonathans ersten Blick „vor Augen“ hält, hatte ich mehr Schauer erwartet. Die Geschichte ist gruselig. Allerdings verlor sich der Schauer doch relativ schnell, ich vermute deshalb, weil die Autorin sich wenig mit Beschreibungen aufhält, sondern mehr Handlungen und Ereignisse aneinanderreiht. Dadurch entsteht Suspense, aber leider nicht der Angstfaktor, den ich mir erhofft hatte. Die Novelle ist doch mehr Krimi als Horrorgeschichte, das sollte einem vorab bewusst sein.
Etwas enttäuscht war ich von der Motivation des Mörders. Um nicht zu viel zu verraten, sage ich einfach nur: Ich konnte das nicht wirklich nachvollziehen.
Durch diese Kritikpunkte kommt meine Wertung zustande. Obwohl sie „nur“ 3 Sterne von mir bekommen hat, halte ich die Novelle durchaus für empfehlenswert: für Krimileser (Achtung: trotz Cover würde ich sie eher nicht Horrorliebhabern empfehlen), für alle, die Historie lieben (lohnt sich definitiv!) und wer ein Faible für mystische Ungereimtheiten hat: zugreifen!
Abgesehen davon ist das Preisleistungsverhältnis unschlagbar! Wer eine gute Stunde Lesevergnügen haben möchte, sollte sich „Das Todesmal“ nicht entgehen lassen.