Die Lüge von Amergin Manor

„Ein altes Herrenhaus in Irland. Eine junge Erbin, die ihren Vater nie zu Gesicht bekommen hat. Und ein Nest voller Lügen, in dem jeder etwas zu verbergen hat … ein spannender Roman, der teilweise etwas knapp geraten ist, seine Geheimnisse dafür aber gut verschleiert.“

Autorin: Antonia Günder-Freytag
Print: 306 Seiten
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung: Als Jolanda ein Herrenhaus in Irland, Amergin Manor, erbt, ist sie schockiert: sie hat ihr Leben in dem Glauben verbracht, dass ihr Vater in ihrer frühen Kindheit verstorben ist. Es ist nicht die einzige Lüge, die Jolandas Lüge bestimmt. Bei Empfang der Nachricht erleidet ihre Mutter einen Schlaganfall und stirbt, bevor sie ihr die Wahrheit über ihre Herkunft verrät. Entschlossen fährt Jolanda nach Amergin Manor. Doch dort scheint jeder ein Geheimnis mit sich herumzutragen: der Verwalter des Anwesens, Farrell, seine Cousine Eanna, deren Mutter Susann, und ihr Halbbruder Luke, der von allen gehasst wird und seit einiger Zeit verschwunden ist …

„Die Lüge von Amergin Manor“ besteht aus 3 Teilen. Während sich der erste Teil hauptsächlich mit der Ankunft Jolandas und ihren ersten unheimlichen Begegnungen befasst, beschäftigt sich Teil 2 mit der Frage, ob sie das Haus behalten will oder nicht. Zuletzt spitzt sich die Situation immer mehr zu und einige Wahrheiten kommen ans Licht.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Neben Jolanda nimmt vor allem Farrell eine große Rolle im Buch ein. Die wichtigsten Nebenfiguren sind Eanna und Jason, der im dritten Teil seine eigenen Szenen erhält. Obwohl die Szenen personal erzählt sind und man oft auch Einblicke in die Gedanken der Charaktere erhält, sorgen regelmäßige Perspektivwechsel und das Auslassen der ein oder anderen Empfindung dafür, dass der Leser meist im Dunkeln bleibt.

Dies hat meines Erachtens einen Vor- und einen Nachteil. Zunächst zum negativen Aspekt: teilweise habe ich mich etwas veralbert gefühlt. Viele Dinge, die für mich in eine Szene gehört hätten, werden erst im Nachhinein deutlich. Ein Beispiel aus dem Anfang mag dies verdeutlichen: Eanna hört ein Geräusch im oberen Stock und findet ein offenes Fenster, das immer wieder zuschlägt. Sie schließt es, dreht sich um und schreit. In der nächsten Szene befindet man sich bei Jolanda, die ihrem Psychiater am Ende ihres Gesprächs erklärt, sie hätte Eanna beinahe mit einem Schürhaken erschlagen. Hier hätte ich gerne direkt die Reaktion von Eanna mitbekommen und fand es etwas Schade, dies vorenthalten zu bekommen.

Positiv daran ist natürlich, dass die Spannung kontinuierlich hoch bleibt und ich eigentlich nie wusste, woran ich bei den Figuren war. Selbst bei Jolanda war ich mir teilweise (wenn auch eher selten) unsicher, ob sie nicht doch einfach einen psychischen Knacks hat und sich die Situationen nur einbildet. Einzig Farrell habe ich recht schnell durchschaut. Die anderen blieben mir ein Rätsel, beziehungsweise bin ich ihnen ziemlich auf den Leim gegangen.

Das Ende hat mich diesbezüglich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits hat mich die Autorin wirklich super an der Nase herumgeführt. Was dann vor allem im Epilog offenbart wird, hätte ich nicht erwartet. Normalerweise freut es mich immer, überrascht zu werden und bei dem Mystery-Genre habe ich das auch durchaus erwartet. Andererseits fällt mir auch im Nachhinein nichts ein, das auf dieses Ende hingedeutet hätte. Vielleicht habe ich nicht aufmerksam genug gelesen, aber mir fallen wirklich keine Brotkrumen ein, die gestreut worden wären. Im Gegenteil haben die Szenen eigentlich auf etwas ganz Anderes hingedeutet. Ich persönlich mag es am liebsten, an der Nase herumgeführt zu werden und am Ende doch zu begreifen, wie ich die Wahrheit hätte erkennen können.

Das schmälert nicht meinen grundsätzlich positiven Eindruck. Die Geschichte liest sich schnell und flüssig. Die Charaktere haben alle ihre guten und schlechten Eigenschaften. Sie sind nicht deutlich gezeichnet, was vor allem mit den häufigen Auslassungen zusammenhängt, lassen aber eine Tiefe erahnen, was sie auf ihre Weise interessant macht. Ihre Geheimnisse machen sie authentisch, das ist der Autorin wirklich gut gelungen.

Fazit: Eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren, von denen beinahe jeder ein Geheimnis mit sich herumschleppt. Ich wurde ziemlich an der Nase herumgeführt. Zwar hätte ich mir etwas mehr Brotkrumen in Richtung Wahrheit gewünscht, aber wer gerne rätselt und dann am Ende überrascht wird, ist mit diesem Mystery-Roman gut beraten!

Ich lese gerade:

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    Janna Ruth

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Wer das Schweigen bricht

Wer das Schweigen bricht

„Wow! Ein richtiges Gänsehaut-Buch …“

Autorin: Mechthild Borrmann
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Pendragon, Neuauflage: Droemer
Kauf (Folgende Links kennzeichne ich gemäß §2 Nr. 5 TMG als Werbung): Amazon ~ Buchhandel ~ Pendragon ~ Droemer

Rezension:

Robert Lubisch findet im Schreibtisch seines verstorbenen Vaters eine alte Schatulle. Darin befinden sich das vergilbte Bild einer hübschen jungen Frau sowie Entlassungspapiere aus der Kriegshaft und der Ausweis eines SS-Hauptmanns William Peters. In der Hoffnung, eine heimliche Geliebte gefunden zu haben, spürt Robert das Fotoatelier auf, indem das Bild entstanden ist und findet heraus, dass es sich bei dem Foto um Therese Peters handelt, die Frau des SS-Hauptmanns William Peters. In deren ehemaligen Haus wohnt mittlerweile eine Journalistin, die eine interessante Story wittert und zu recherchieren beginnt.

Die Spannung baut sich zunächst langsam auf. Die Suche von Robert und wenig später von der Journalistin Rita Albers wird stets von einem Hauch „Geheimnis“ begleitet. William und Therese Peters verschwinden beide im Jahre 1951 aus unerklärlichen Gründen. Früh regte es meine Fantasie an und ich begann, herum zu überlegen: Was war mit den beiden passiert? Was hat Roberts Vater damit zu tun? Tatsächlich erfährt die noch lebende Therese von der Suche und nimmt uns mit in ihre Erinnerungen, beginnend im Jahr 1939. Die Spannung nimmt dann etwa ab der Mitte des Buches rasant zu. Die beiden Anfangsfragen schwingen dabei stets im Hintergrund mit. Dazu gesellt sich unweigerlich die geschickt verpackte Frage: Was ist Wahrheit? Mit der Auflösung des Geheimnisses hatte ich dann tatsächlich nicht gerechnet. Mechthild Borrmann hat definitiv eine Story vorgelegt, die mich fesselte.

Ihren Schreibstil fand ich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Sie ist nicht sehr ausschweifend. Besonders bei Beschreibungen genügen ihr oft wenige Worte. Allerdings gelingt es ihr damit nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auch, die Atmosphäre einzufangen. Die Geschichte wird dabei unglaublich dicht. Bei manchen Passagen überkam mich dann tatsächlich eine Gänsehaut.

Etwas skeptisch war ich anfangs auch, wie das Buch wohl den Umgang mit dem Nationalsozialismus gestalten würde. Meine Befürchtungen wurden jedoch allesamt nicht erfüllt. Der Roman zeigt mit wenigen Charakteren eine spannende Bandbreite von Opfern, Mitläufern, Drahtziehern und Widerständlern. Dabei bleibt alles auf eine schockierende – und Gänsehaut schaffende – Weise „normal“. Ohne in die Sicht der Charaktere zu schlüpfen, gelingt es Borrmann, ihre Hauptfiguren auf ihre je eigene Art erschreckend logisch handeln zu lassen. Die Figuren wirken trotz ihrer Schreckenstaten alle „menschlich“, im Sinne von: echt.

Fazit: Ein Buch, auf das ich mich erst einlassen musste, das mich dann jedoch restlos überzeugt hat. Hervorragend!

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Der Blutrote Schatten

Der Blutrote Schatten

„Etwas langatmiger Thriller, mit einer netten Protagonistin, die als Ich-Erzählerin leider viel mehr weiß als die Leser.“

Autorin: Elizabeth Peters
Print: 270 Seiten
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung:
Victoria Bliss erhält ein Paket mit einer roten Rose und einem Flugticket nach Stockholm. Es ist von John Smythe, einem Ganoven, den sie in Rom kennen gelernt hat. Jetzt will der Halunke erneut ihre Hilfe als Kunsthistorikerin. Das Abenteuer lockt sie und so fliegt sie nach Stockholm, nur, um von einem Schlamassel ins nächste zu stolpern.

Die Geschichte zieht sich leider ziemlich hin. Bliss erhält zwar das Ticket ziemlich schnell und entschließt sich auch direkt, nach Stockholm zu fliegen, dann folgen jedoch ziemlich viele Beschreibungen der Stadt. Schritt für Schritt kommt sie dem Geheimnis näher, aber gefühlt dauert jedes Weiterkommen von ihr eine Ewigkeit. Interessanter wird es erst, als sie zu Johns vermeintlichem Opfer fährt. Doch auch dazwischen folgen ausschweifende Landschaftsbeschreibungen, die meiner Meinung nach nicht hätten sein müssen. Der Roman ist eigentlich nicht lang, aber für die Geschichte selbst schon zu viel. Richtig spannend fand ich es erst auf den letzten 50 Seiten, etwas schwach für einen Thriller.

Eventuell hängt das auch mit der Perspektive zusammen. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive von Victoria Bliss geschrieben, in der Vergangenheit. Victoria Bliss erzählt ihm Nachhinein, was ihr passiert ist. Damit ist sie eine allwissende Ich-Erzählerin und den Leser*innen weit voraus. Diese Art von Erzählung hat für mich einen gehörigen Teil der Spannung herausgenommen. Ich bin nicht wirklich in die Figur hineingekommen. Sicherlich hängt das auch damit zusammen, dass ich die beiden vorherigen Bände der Reihe nicht kenne, aber ich finde die Perspektive auch nicht optimal für Spannungsaufbau. Das ist sicherlich Geschmackssache, aber wenn ein Ich-Erzähler mehr weiß als ich als Leserin, dann kann ich mich nicht so Recht auf ihn einlassen. Ich fühle mich dabei etwas veräppelt. Die Perspektive ist gut durchgehalten, Handwerklich ist das Buch gelungen. Es trifft nur nicht ganz meinen Geschmack.

Unpassend fand ich auch das Cover. Was der Dolch da sollte, ist mir nach wie vor schleierhaft. Ein Kelch hätte deutlich besser gepasst.

Fazit: Gut geschrieben und nette Charaktere, aber eine sehr ungewöhnliche Perspektive und mir für einen Thriller nicht spannend genug. Wer Ermittlungen mit personaler Ich-Erzählerin mag, der kommt hier aber bestimmt auf seinen Geschmack.

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Im Sog des Todes

Im Sog des Todes

„Familiengeheimnisse, Knallhart-gefährliche Frauen und ein tödliches Spiel, das manchmal etwas rasanter sein dürfte.“

Autorin: Stefanie Mühlsteph
E-Book: Seiten
Verlag: Ullstein Midnight
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung:
Der Roman versetzt die LeserInnen in das London einer Steampunk-Welt. Dort herrscht die Mörderkaste Cazador aus dem Untergrund heraus, indem sie Politiker und die High Society nach ihrem Gutdünken unterstützt oder eben absäbelt. Zur Kaste gehören auch Megan und Abigail. „Ihre Arbeit ist so lukrativ wie gewissenlos und gefährlich“, weiß der Klappentext. Das erste Mal treffen sich Megan und Abigail bei einer Besprechung mit ihrer Suborganisatorin, von der sie die Aufträge erhalten und der sie nach getaner Arbeit Bericht erstatten müssen. Wenig später begegnen sich die beiden Frauen erneut: Abigail als Mörderin des Mannes, den Megan um jeden Preis beschützen soll. Ist der Suborganisatorin ein Fehler unterlaufen? Oder steckt mehr hinter dem Doppelauftrag?

Immer häufiger werden Megan und Abigail als Team zu Aufträgen geschickt. Beide sind darüber nicht sonderlich begeistert, da ihre Vorgehensweise gänzlich unterschiedlich ist. Geht Megan gezielt und umsichtig mit ihren Aufträgen um, immer darauf bedacht, kein Aufsehen zu erregen, schießt Abigail am liebsten wild um sich und erledigt die Arbeit somit schnell und ohne groß nachzudenken.
Dass die beiden Frauen aneinander wachsen und reifen müssen, war mir von Beginn an klar. Ebenso ahnte ich früh, dass noch eine andere Verbindung zwischen Megan und Abigail besteht.

Der Roman ist abwechselnd aus der Sicht von Megan und Abigail geschrieben. Ab und an kommt noch die Perspektive von Leidon hinzu. Er ist der Sohn von Megans Schutzbefohlenem, der Auftrag verändert Megans Leben also in mehr als einer Hinsicht, denn durch ihre Gefühle zu Leidon und seine Gefühle für sie lernt sie eine andere Seite der Welt kennen.
Megan nimmt für mich dadurch eine deutlich zentralere Rolle in der Geschichte ein als Abigail. Ich fand Megan auch emotional stärker gestaltet, da Abigail mir – auch zum Ende hin – teilweise einfach noch „zu dumm“ handelte. Sie begreift Recht langsam. Zu ihrer Verteidigung sei gesagt, dass sie deutlich jünger ist als Megan und als Gegenfigur durchaus passt. Ab und an hätte ich mir dennoch etwas mehr Grips für sie gewünscht.

Zudem fand ich es Schade, dass viele Plotrelevanten Punkte mir schon relativ früh klar waren, aber erst deutlich später offen ausgesprochen wurden. Da hätte der Roman eventuell etwas gestrafft, bzw. manches besser verschleiert werden können.

Dennoch hat es mir im Gesamtpaket gut gefallen. Die Szenen sind spritzig und spannend geschrieben. Wer gerne eine Geschichte mit viel Blut, mysteriösen Familiengeheimnissen und Charakteren liest, die nicht unbedingt Sympathieträger sind, sollte sich dieses E-Book nicht entgehen lassen!

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    Im Bann der zertanzten Schuhe (Märchenspinnerei #5)

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Beschützer der Diebe

Beschützer der Diebe

„Sympathische Charaktere, tolles Berlin-Flair und ein spannender Jugendkrimi!“

Autor: Andreas Steinhöfel
E-Book: 256 Seiten
Verlag: Carlsen
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung:
Dags ist die Tochter eines Wissenschaftlers und führt selbst schon Experimente mit ihrer kleinen Ratte Romeo durch. Ihre Cousine Gudrun zieht nach der Trennung ihrer Eltern mit ihrer Mutter nach Berlin. Und Olaf ist ein kleiner Dieb, der immer mal wieder etwas aus Läden mitgehen lässt. Als Dags und Gudrun im Berliner Zoo verabredet sind, stolpert Olaf bei seiner Flucht vor einem Ladendetektiv über Gudrun. Kurzerhand lädt er sie als Entschuldigung zu einem Eis ein.
Nachdem Dags zu den beiden stößt, schlägt Olaf ihnen ein Spiel vor: jeder von ihnen soll sich eine Person heraussuchen und diese eine Zeitlang verfolgen, um so viel um diese Person herauszufinden wie möglich. Was wie ein „Räuber und Gendarm“-Spiel beginnt, wird zu bitterem Ernst, denn der Mann, den Gudrun verfolgt, wird entführt.

Andreas Steinhöfel hat eine ganz wunderbare Art, Berlin zu beschreiben und dies mit einem spannenden Krimi zu verknüpfen, denn der Autor ist ein Meister der Cliffhanger. Zudem sind die Charaktere ganz wunderbar gezeichnet. Kurz gesagt: ein rundum gelungener Krimi für Groß und Klein.

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