Der Schattendieb

Der Schattendieb

Autor: Ralf Isau
Print: 477 Seiten
Verlag: Thienemann
Sprache: Deutsch
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Bewertung: Ein fantastisches Abenteuer mit jeder Menge Sonnen- und Mondfinsternisse, einem Helden wider Willen und natürlich jeder Menge Schatten!

Zusammenfassung: Corvin ist ein ganz besonderer Schatten. Saros, der König der Schattenwelt Ostarra, hat ihn von dem Schotten John Lamont geerntet, der in einem Jahr geboren wurde, in dem es zum siebten Mal seit Entstehung der Erde fünf Sonnenfinsternisse gab. Corvin soll für Saros die Tiefe aus der Welt der Menschen, Terra, in die Welt der Schatten verschieben. Doch Corvin ist nicht sicher, ob er das möchte. Seit er seinem Schattenbruder zum ersten Mal begegnet, beginnt er zu zweifeln. Er will die Menschen besser verstehen, und stolpert dabei über ein Mädchen, das ihm den Atem raubt …

Die Schattenwelt Ostarra ist ein sehr dunkler Ort. Saros, der König, regiert mit eiserner Hand. Er schickt Schattenjäger bei jeder Mond- und Sonnenfinsternis nach Ostarra, um Schatten zu ernten. Sie schneiden die Schatten von den Menschen ab und hängen stattdessen hellere Attrappen an. Damit stehlen sie den Menschen jedoch nicht nur ihren Schatten, sondern auch eine ihrer drei grundlegenden Eigenschaften: Liebe, Gerechtigkeit oder Weisheit. Bei ihrer Jagd nutzen die Schattenjäger Nachtfalken, von Falken geerntete Schatten, die ihnen beim Aufspüren von Menschen helfen, deren Schatten die Jäger ernten wollen.

Der erste Weg eines Schattens in Ostarra führt zu Reschuth, dem Herrn der Schattenmühle. Er hat einen Blick dafür, ob ein Schatten Saros treu ergeben sein wird, oder ob er sich dem König verweigern wird. Rebellische Schatten gehen durch die Mühle, werden zerfetzt und aus ihren Hadern werden die Attrappen angefertigt. Dadurch hält Saros seine Gewaltherrschaft aufrecht.

Die fantastische Welt ist recht typisch aufgebaut: Es gibt einen bösen König, der ein für die Menschen schreckliches Ziel verfolgt und auf mehr und mehr Macht aus ist, unterdrückte Untertanen, und eine erstarkende Rebellion. Etwas schwer habe ich mir mit der Vorstellung getan, dass die Welt eindimensional ist. Isau beschreibt das in Form eines Bildes recht plastisch, aber einfach ist die Vorstellung für jemanden, der Drei-Dimensionalität gewohnt ist, natürlich nicht. Sehr gut gefallen haben mir aber die Nachtschatten, in die habe ich mich vom ersten Moment an verliebt.

Die Geschichte handelt hauptsächlich von Corvin. Sie beginnt bei der Geburt des Menschen John Lamont, von dem Corvin geerntet wird, behandelt seine Ausbildung und wie er zum Helden der Geschichten wird. Das beinhaltet einige Zeitsprünge. Die Geschichte beginnt 1805 und endet 1970. Da geerntete Schatten unsterblich sind, vergeht die Zeit für sie in anderen Dimensionen. Dennoch fand ich es teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Die vielen Zeitsprünge passen zwar zur Schattenwelt, aber teilweise hat es mich gestört, dass so viel Zeit verging, bis wieder etwas passiert. Am besten gefallen hat mir eigentlich der Part, in dem recht viel aneinander gereiht geschehen ist. An den meisten Stellen hat der Sprung gepasst und mich auch nicht gestört. Lediglich an einer Stelle fand ich es etwas unangenehm. Aber gewöhnungsbedürftig war es in jedem Fall.

Die Schatten bestehen hauptsächlich aus einer der drei genannten Eigenschaften. Entsprechend sind sie auch leicht typenhaft gezeichnet. Allerdings passen die Typen recht gut zueinander, weshalb ich es während des Lesens nicht als störend empfand. Als tiefer gezeichnete Figuren würde ich eigentlich nur Maloron, der Corvins Schatten erntet und ihn ausbildet beschreiben, sowie die deutlich später auftretende Iljara. Die meisten wichtigen Figuren treten auch erst nach ca. 200 Seiten auf, zu dem Zeitpunkt, zu dem die Geschichte die oben genannte Fahrt aufnimmt. Das fand ich etwas irritierend, ebenso wie die Tatsache, dass John Lamont etwa zur selben Zeit plötzlich nicht mehr relevant ist. Für mich war hier ein Bruch im Plot, den ich etwas Schade fand.

Dafür fand ich das Wissen des Autors umso beeindruckender. Er deckt nicht nur fast 200 Jahre Geschichte ab und erwähnt immer wieder Ereignisse, die sicherlich einiges an Recherche in Anspruch genommen haben, sondern beschäftigt sich vor allem auch mit Sonnen- und Mondfinsternissen. In der Danksagung erwähnt er, dass er dafür vom Institut für Allgemeine und Angewandte Geophysik der Universität München unterstützt wurde. Die Expertise merkt man und es wertet den Roman enorm auf!

Sehr gut gefallen hat mir auch der Stil des Autors. Obwohl ich die Zeitsprünge gewöhnungsbedürftig und die Charaktere als eher typenhaft empfand, hatte ich nicht einmal das Bedürfnis, abzuschweifen, sondern habe die Sätze sehr gerne in mich hineingesogen. Begriffe wie „auf Adlers Fittichen“ zu lesen, lassen mein Herz ehrlich gesagt höherschlagen. Der Schreibstil war einer der Gründe, weshalb ich die Geschichte wirklich sehr mochte.

Fazit: Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Es ist keine Perle unter den Fantasy-Romanen, aber es gehört definitiv zu den besseren Büchern, die ich bislang lesen durfte! Wer Fantasyjugendbücher mag und eine klassische Geschichte in einer ungewöhnlichen Welt lesen möchte, der ist mit Ralf Isaus „Schattendieb“ gut beraten.

Ich lese gerade:

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    Im Bann der zertanzten Schuhe (Märchenspinnerei #5)

    Janna Ruth

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Die Lüge von Amergin Manor

„Ein altes Herrenhaus in Irland. Eine junge Erbin, die ihren Vater nie zu Gesicht bekommen hat. Und ein Nest voller Lügen, in dem jeder etwas zu verbergen hat … ein spannender Roman, der teilweise etwas knapp geraten ist, seine Geheimnisse dafür aber gut verschleiert.“

Autorin: Antonia Günder-Freytag
Print: 306 Seiten
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung: Als Jolanda ein Herrenhaus in Irland, Amergin Manor, erbt, ist sie schockiert: sie hat ihr Leben in dem Glauben verbracht, dass ihr Vater in ihrer frühen Kindheit verstorben ist. Es ist nicht die einzige Lüge, die Jolandas Lüge bestimmt. Bei Empfang der Nachricht erleidet ihre Mutter einen Schlaganfall und stirbt, bevor sie ihr die Wahrheit über ihre Herkunft verrät. Entschlossen fährt Jolanda nach Amergin Manor. Doch dort scheint jeder ein Geheimnis mit sich herumzutragen: der Verwalter des Anwesens, Farrell, seine Cousine Eanna, deren Mutter Susann, und ihr Halbbruder Luke, der von allen gehasst wird und seit einiger Zeit verschwunden ist …

„Die Lüge von Amergin Manor“ besteht aus 3 Teilen. Während sich der erste Teil hauptsächlich mit der Ankunft Jolandas und ihren ersten unheimlichen Begegnungen befasst, beschäftigt sich Teil 2 mit der Frage, ob sie das Haus behalten will oder nicht. Zuletzt spitzt sich die Situation immer mehr zu und einige Wahrheiten kommen ans Licht.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Neben Jolanda nimmt vor allem Farrell eine große Rolle im Buch ein. Die wichtigsten Nebenfiguren sind Eanna und Jason, der im dritten Teil seine eigenen Szenen erhält. Obwohl die Szenen personal erzählt sind und man oft auch Einblicke in die Gedanken der Charaktere erhält, sorgen regelmäßige Perspektivwechsel und das Auslassen der ein oder anderen Empfindung dafür, dass der Leser meist im Dunkeln bleibt.

Dies hat meines Erachtens einen Vor- und einen Nachteil. Zunächst zum negativen Aspekt: teilweise habe ich mich etwas veralbert gefühlt. Viele Dinge, die für mich in eine Szene gehört hätten, werden erst im Nachhinein deutlich. Ein Beispiel aus dem Anfang mag dies verdeutlichen: Eanna hört ein Geräusch im oberen Stock und findet ein offenes Fenster, das immer wieder zuschlägt. Sie schließt es, dreht sich um und schreit. In der nächsten Szene befindet man sich bei Jolanda, die ihrem Psychiater am Ende ihres Gesprächs erklärt, sie hätte Eanna beinahe mit einem Schürhaken erschlagen. Hier hätte ich gerne direkt die Reaktion von Eanna mitbekommen und fand es etwas Schade, dies vorenthalten zu bekommen.

Positiv daran ist natürlich, dass die Spannung kontinuierlich hoch bleibt und ich eigentlich nie wusste, woran ich bei den Figuren war. Selbst bei Jolanda war ich mir teilweise (wenn auch eher selten) unsicher, ob sie nicht doch einfach einen psychischen Knacks hat und sich die Situationen nur einbildet. Einzig Farrell habe ich recht schnell durchschaut. Die anderen blieben mir ein Rätsel, beziehungsweise bin ich ihnen ziemlich auf den Leim gegangen.

Das Ende hat mich diesbezüglich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits hat mich die Autorin wirklich super an der Nase herumgeführt. Was dann vor allem im Epilog offenbart wird, hätte ich nicht erwartet. Normalerweise freut es mich immer, überrascht zu werden und bei dem Mystery-Genre habe ich das auch durchaus erwartet. Andererseits fällt mir auch im Nachhinein nichts ein, das auf dieses Ende hingedeutet hätte. Vielleicht habe ich nicht aufmerksam genug gelesen, aber mir fallen wirklich keine Brotkrumen ein, die gestreut worden wären. Im Gegenteil haben die Szenen eigentlich auf etwas ganz Anderes hingedeutet. Ich persönlich mag es am liebsten, an der Nase herumgeführt zu werden und am Ende doch zu begreifen, wie ich die Wahrheit hätte erkennen können.

Das schmälert nicht meinen grundsätzlich positiven Eindruck. Die Geschichte liest sich schnell und flüssig. Die Charaktere haben alle ihre guten und schlechten Eigenschaften. Sie sind nicht deutlich gezeichnet, was vor allem mit den häufigen Auslassungen zusammenhängt, lassen aber eine Tiefe erahnen, was sie auf ihre Weise interessant macht. Ihre Geheimnisse machen sie authentisch, das ist der Autorin wirklich gut gelungen.

Fazit: Eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren, von denen beinahe jeder ein Geheimnis mit sich herumschleppt. Ich wurde ziemlich an der Nase herumgeführt. Zwar hätte ich mir etwas mehr Brotkrumen in Richtung Wahrheit gewünscht, aber wer gerne rätselt und dann am Ende überrascht wird, ist mit diesem Mystery-Roman gut beraten!

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Im Bann des Zyklopen

Im Bann des Zyklopen

„Ein weiterer spannender Ausflug in die griechische Mythologie. Alte Bekannte und neue Charaktere treten auf. Die Intrigen werden weitergesponnen. Ich freue mich schon auf die folgenden Bände!“

Autor: Rick Riordan
Sprecher: Marius Clarén
Umfang: 05:09 Stunden
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung: Im Sportunterricht gegen Ende des Schuljahres werden Percy und sein Schulkamerad Tyson von Feuerspeienden Riesen angegriffen. Dank Annabeth und Tyson entkommen sie. Denn Tyson entpuppt sich als Zyklop, dem Feuer nichts anhaben kann. Sofort machen sich die drei auf den Weg ins Camp Halfblood. Sowohl Annabeth als auch Percy werden von Albträumen geplagt. Percy macht sich Sorgen um ihren gemeinsamen Freund Grover, der in seinen Träumen von irgendetwas verfolgt wird. Laut Annabeth ist das Camp in Gefahr. Tatsächlich wurde der Baum vergiftet, in den Zeus seine Tochter Thalia verwandelt hat und der bislang das Camp vor Ungeheuern schützte.

Die Geschichte geht sofort mit Percys Albtraum in medias res. Auch die Gefahr für Camp Halfblood wird früh angedeutet. Die Geschichte spitzt sich spannungstechnisch mehr und mehr zu. Die Charaktere werden von einer Katastrophe in die nächste geworfen. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt ihnen – zumindest in der gekürzten Hörbuch-Version – nicht. Dennoch wirkt die Geschichte nicht gehetzt, für meinen Geschmack hat sie genau die richtige Geschwindigkeit.

Wie Band 1 ist auch Band 2 aus der Ich-Perspektive von Percy Jackson verfasst. Daher weiß man immer nur genauso viel wie er und fiebert mit ihm mit. Percy hat nicht sonderlich viel Tiefgang, dafür werden besonders die Figuren Annabeth und Tyson sehr gut gezeichnet. Gut gefallen hat mir auch die Entwicklung rund um Clarisse.

Die griechische Mythologie bei „Im Bann des Zyklopen“ bewegt sich vor allem auf den Spuren von Homers Odyssee. Das Meer der Ungeheuer befindet sich mittlerweile im Bermuda-Dreieck und genau dorthin müssen Percy und seine Freunde. Die Parallelen zu Odysseus werden immer wieder gezogen, sodass Leser*innen erneut viel über die alten Geschichten lernen können.

Marius Clarén spricht ganz hervorragend. Nur an ein paar Stellen nutzt er die falsche Stimme für die Charaktere, das war manchmal etwas verwirrend. Aber es kam wirklich selten vor.

Fazit: Der zweite Band bietet viel Spannung, führt die Geschichte weiter und neue Plot-Twists ein. Ich bin gespannt, wie der Kampf um den Olymp weitergeht!

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Diebe im Olymp

Diebe im Olymp

„Die Gestalten der griechischen Mythologie erwachen zum Leben. Rick Riordan liefert mit ‚Diebe im Olymp‘ einen spannenden Auftakt zu seiner fünfbändigen Jugendbuchreihe und Marius Clarén verleiht dem Werk eine angenehme Stimme.“

Autor: Rick Riordan
Sprecher: Marius Clarén
Umfang: 05:09 Stunden
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung: Der zwölfjährige Percy Jackson ist ein absolutes Problemkind. Ständig gerät er in seltsame Situationen und muss jährlich die Schule wechseln. Als sich seine Mathelehrerin in eine Furie verwandelt, werden die Geschehnisse um ihn immer skurriler: sein Lateinlehrer und sein bester Freund Grover scheinen nicht menschlich zu sein. Aber sie helfen ihm auf der Flucht vor den Wesen aus der Unterwelt, die Percys Tod wollen, weil er selbst ein Halbgott ist. Und für Halbgötter gibt es nur einen sicheren Ort: Das Camp der Halbblüter. Doch auch dort bannen sich Schwierigkeiten an, denn aus dem Olymp wurde etwas gestohlen und Zeus verdächtigt ausgerechnet Percy …

Furien, Höllenhunde, Zentauren, Sartyre und vieles mehr – in Rick Riordans Reihe „Percy Jackson“ erwachen die Figuren der griechischen Mythologie zum Leben. Dabei bleibt der Autor nahe an den Originalen und flechtet immer wieder spielerisch Wissen aus den Sagen und Mythen ein. Natürlich dürfen dabei auch die zwölf großen Götter nicht fehlen. Und wie in den alten Mythologien verfallen sie immer wieder Menschen und zeugen Halbgötter. Wer Percys Vater ist, ist dem Kenner der Sagen früh bewusst. Im Buch wird aber, anders als im Film, eine Weile gerätselt, ehe Percy nicht mehr ein „Unentschiedener“ ist (also einer, dessen göttlicher Elternteil nicht bekannt ist).

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, daher weiß man als Leser/in nie mehr als Percy selbst. Mit ihm erkundet man die Geheimnisse der Götterwelt und stößt immer wieder auf neue Rätsel und Gefahren. Der Protagonist Percy ist simpel gehalten. Seine Ziele sind ebenso klar wie seine Motivation zu handeln, ohne, dass dies großartig ausgebreitet werden würde. Seine Gedanken spielen – zumindest in der Hörbuch-Version – eine eher untergeordnete Rolle, was ich aber keineswegs als störend empfunden habe. Auch die Ziele von Percys Begleiter Grover sind eindeutig und gut dargestellt. Nur die Figur der Annabeth fand ich diesbezüglich etwas … lahm. Bei ihr hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.

Bei den Nebenfiguren gibt es sowohl eher typenhafte Charaktere – so die Figur des hilfsbereiten Lateinlehrers – als auch vielschichtige und vor allem undurchsichtig gestaltete. Letztere haben mir besonders gut gefallen. Sie passen zu den Göttern der griechischen Mythologie, die häufig auch als launenhaft dargestellt werden. Man weiß nie so recht, auf wessen Seite sie jetzt eigentlich stehen. Das ist Riordan bei einigen Figuren gelungen (Namen werden hier wohlweißlich verschwiegen ;-)).

Die Geschichte selbst ist im Großen und Ganzen simpel gestrickt, bietet aber einen guten Spannungsbogen. Langeweile kommt nirgends auf, viel mehr gerät Percy unablässig von einer Gefahr in die nächste, und man erwartet als Zuhörer jeden Moment das nächste Monster hinter der Ecke hervorspringen. Stilistisch war es mir persönlich teilweise etwas zu platt. Vor allem über Wiederholungen an Satzanfängen alla „Er ging hinaus. Er sah sich um.“ bin ich beim Zuhören ab und an gestolpert. Der Stil passt aber sicherlich zu einem Jugendbuch und ist eventuell auch der gekürzten Hörbuchversion geschuldet.

Der Sprecher Marius Clarén hat eine sehr angenehme Stimme. Die wörtliche Rede der Protagonisten ließ sich gut voneinander unterscheiden. Auch die Pausen hatten eine angenehme Länge. Die Stimme ist zwar nicht einschläfernd, aber tendenziell eher ruhig und auch in Spannungssituationen nicht aufgeregt.

Fazit: Griechische Mythologie, Jugendbuch, Spannung und eine angenehme Sprecherstimme? Meiner Meinung nach ein gelungener Auftakt. Ich freue mich auf die nachfolgenden Bände!

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Die Ratten von Chakkas

Die Ratten von Chakkas

„Spannender Auftakt einer Jugendbuch-Serie mit liebevollen Charakteren, der nur gegen Ende für meinen Geschmack etwas mehr Biss hätte haben dürfen.“

Die Ratten von Chakas ~ Die Greifen-Saga 1
Autorin: C. M. Spoerri
Taschenbuch: 380 Seiten
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung: Seit dem Tod ihrer Eltern lebt die sechzehnjährige Mika mit ihrem Bruder Faím bei den Kanalratten, die niedersten Bewohner der Hafenstadt Chakkas. Während die „Ratten“ (Diebe) immerhin noch einer Gilde angehören, gelten die Kanalratten als nichts. Mica träumt davon, dem Anführer der Kanalratten zu entkommen. Als Faím ein goldenes Ei aus dem Wassertempel von Chakkas stiehlt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Mika gerät bei dem Versuch, ein wertvolles Schwert zu stehlen, in die Hände des Diebes Cassiel. Er macht ihr das Angebot, bei den Dieben unterzukommen, doch mit dem Angebot allein ist Mika noch lange nicht an ihrem Ziel. Unterdessen wird Faím vom Anführer der Kanalratten verjagt und gelangt auf ein Schiff, auf dem er sein ganz eigenes Abenteuer erlebt. Werden die Geschwister sich je wiederfinden?

Für mich war dieser Roman der erste, der mich in die Welt von Chakkas entführte. Die Alia-Reihe, die der Greifen Saga vorangegangen ist, kannte ich nicht. Obwohl die Beschreibungen der Welt eher spärlich blieben, fühlte ich mich sehr schnell wohl in der Hafenstadt. Da die Protagonistin Mika der untersten Schicht angehört, weiß sie sehr viel über die anderen Gesellschaftsschichten, über die Gilden und die Berufe, die in der Stadt vorkommen. Neben den Dieben stehen dabei durch Faím insbesondere Händler und Seeräuber im Mittelpunkt. Einzig die kurz angesprochene Abgrenzung von Magielosen(?) blieb für mich etwas rätselhaft und, wie sich die „Schurken“ von den Dieben unterscheiden, aber vielleicht löst sich das ja noch im Laufe der folgenden Bände. Die Unterscheidung zwischen Ratten und Kanalratten ist dafür sehr gut gelungen.
Wirkte die Geschichte anfangs eher wie Low Fantasy auf mich, wurde ich mit der Zeit eines Besseren belehrt. Chakkas ist definitiv eine High Fantasy Welt, in der nicht nur Magie, sondern auch magische Wesen eine wichtige Rolle spielen. In Band 1 nimmt Spoerri dabei besonders Meerjungfrauen und Greife in den Blick, aber auch ein Elf kreuzt den Weg der Leser*innen.

Die Szenen, in denen der Greif auftaucht, sind sehr schön beschrieben. Obwohl der Greif nie Perspektivträger ist, fühlt man mit ihm mit. Allerdings tritt das Fabelwesen erst ziemlich genau nach der Hälfte der Geschichte auf. Da hatte ich nach dem Titel etwas Anderes erwartet und die erste Hälfte habe ich mich auch lange gefragt, was der Name der Reihe soll. Spoerri bleibt dabei wage. Sie lässt zwar durchschimmern, dass der Greif noch eine tragende Rolle spielen wird, welche genau bleibt aber offen.

Laut den Kapitelüberschriften hat die Geschichte drei Perspektivträger, wobei die ein oder andere Nebenfigur ebenfalls eine kurze Szene erhält. Über den letzten Perspektivträger möchte ich in dieser Rezension nicht zu viel verraten, die anderen beiden sind Faím und Mika. Anfangs konnte ich mich als ältere Schwester sehr gut mit Mika identifizieren. Die Sorge um ihren Bruder ist der rote Faden, der sich durch den ersten Band zieht und am Ende zu einem passenden Abschluss kommt (ich verrate natürlich nicht, zu welchem :-P).
Faím fand ich anfangs etwas langweilig und hatte mehrmals das Bedürfnis, ihm in den Allerwertesten zu treten. Allerdings nimmt seine Geschichte dann doch eine spannende Wendung, die ich nicht erwartet hatte. Ich finde ihn als Charakter immer noch ziemlich wehleidig und etwas zu schwach, aber sein Abenteuer gefällt mir. Der Dieb Cassiel und die Wirren um ihn haben mir anfangs ebenfalls gut gefallen. Er beginnt nicht wie ein 08/15-Love-Interest.

Insgesamt bietet Spoerri einen durchaus guten Spannungsbogen. Die Geschichte geht mit dem Diebstahl des goldenen Eies gleich in medias res. Auch der nahezu unmögliche Auftrag, den Mika von ihrem Boss erhält, sowie die damit verbundene Drohung setzen die Spannungslatte sehr hoch. Die meiste Zeit über hält das Buch auch, was es am Anfang verspricht. Lediglich die etwa letzten 40 Seiten schwächelten dahingehend ein wenig. Da das rein quantitativ aber nicht sehr ins Gewicht fällt, mindert es keineswegs meinen durchaus positiven Gesamteindruck.

Fazit: Eine faszinierende Welt, zwei spannende Abenteuer und ein angenehmer Schreibstil – ich finde das Buch für Jugendliche und Junggebliebene absolut empfehlenswert und freue mich schon auf den weiteren Verlauf der Abenteuer.

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Die Tage die ich dir verspreche

Die Tage die ich dir verspreche

„Berührt auf Gefühlsebene und regt zum Nachdenken an. Lily Oliver bietet bewegende Einblicke in das Leben einer jungen Frau nach einer Herztransplantation.“

Autorin: Lily Oliver
Umfang: 370 Seiten
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung: Gwen hat ein neues Herz erhalten und steht nach der Reha nun vor der Aufgabe, ins Leben zurückzufinden. Dabei wird sie von Erwartungen erdrückt. Ihr Vater will sie unbedingt zum Studium bewegen, ihr Bruder will sie zum Laufen motivieren und überhaupt meint jeder, nach der Transplantation sei doch alles gut. Für Gwen hingegen ist gar nichts gut. Sie fühlt sich schuldig, trotz des großen Geschenkes kein Glück empfinden zu können, und sieht schließlich nur noch einen Ausweg: Sie muss das Herz jemandem geben, der damit auch leben kann. Also postet sie in einem Forum, in dem sie sich erst vor kurzem angemeldet hat: „Herz zu verschenken“.
Der Moderator des Forums, Noah, hält den Aufruf für einen grotesken Scherz und löscht den Beitrag kurzerhand. Weil er Gwen für einen „Troll“ hält, der im Forum nur Unruhe stiften will, sperrt er sie und behauptet sarkastisch, er habe sie gelöscht, weil er das Herz für sich will. Er hält das Thema für erledigt. Bis Gwen mitten in der Nacht vor seiner Haustür auftaucht, um ihm das Herz zu geben.

Der Roman ist (meist) abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Noah und Gwen geschrieben. Eingeleitet werden die Kapitel mit einem Forumsbeitrag des jeweiligen Perspektivträgers. Der Kniff hat mir gut gefallen, weil man dadurch zum einen sofort wusste, welches ‚Ich‘ im Kapitel spricht und zum anderen die Themen der Kapitel vorab angedeutet werden.
Als Zeitform hat sich Oliver für das Präsens entschieden. Für mich war dieser Roman dadurch in mehrerer Hinsicht eine neue Erfahrung: Um Romane in Ich-Perspektive und Präsens habe ich bislang einen großen Bogen gemacht. Bewusst dafür habe ich mich diesmal nicht entschieden: der Trailer zum Buch hatte mich bereits so sehr angesprochen, dass ich nicht mehr in die Leseprobe geschaut habe. Zu meinem Schaden war es allerdings nicht. Perspektive und Zeitform haben ganz wunderbar zu der Geschichte gepasst und es las sich sehr angenehm.

Dazu beigetragen hat sicher auch der Schreibstil. Meiner Meinung nach war es eine gute Mischung aus Gedanken und Handlung, auch wenn erstere definitiv überwiegen. Allerdings hatte ich nur an einigen wenigen Stellen das Gefühl, die Gedanken würden sich im Kreis drehen. Es wird auch nicht seitenlang über Pro und Contras diskutiert. Oliver legt einen Schwerpunkt darauf, wie unterschiedlich dasselbe Verhalten und derselbe Satz von verschiedenen Personen wahrgenommen werden.

Durch die Ich-Perspektive ist der Leser sehr eng mit Gwen und Noah verbunden. Die Hauptfiguren haben dabei beide ihre eigenen Lasten zu schleppen. Auch die Probleme von Noah werden immer wieder in den Roman eingeflochten und spielen zu denen von Gwen eine ausgewogene Rolle. Oliver ist es wirklich gut gelungen, zwei fremde Persönlichkeiten aufeinanderprallen zu lassen und ihre je eigenen Sorgen miteinander zu verweben. Persönlich konnte ich mich besser mit Gwen als mit Noah identifizieren. Das lag meines Erachtens nicht nur am Geschlecht, sondern auch daran, dass Gwen im Großen und Ganzen die interessantere Entwicklung durchmacht. Außerdem kam es bei Noah meines Erachtens eher vor, dass sich die Gedanken im Kreis drehten. Bei ihm hatte ich auch häufiger als bei Gwen das Bedürfnis, ihm einen Tritt in den Hintern zu verpassen, weil er sich etwas trottelig anstellt (ohne jetzt behaupten zu wollen, dass ich mich in so einer Situation besser verhalten würde … ;-))
Bei zwei so klar definierten Hauptfiguren könnte man meinen, dass die Nebenfiguren zu kurz kommen würden. Aber ich finde auch sie auf angenehme Weise in die Geschichte eingeflochten. Ich hatte bei keiner Figur das Gefühl, einen bestimmten Typus vor mir zu haben. Einzige Ausnahme ist hierbei vielleicht Noahs Ex, die keine breite Rolle bekommt. Alle anderen hingegen, sowohl Gwens Eltern, ihr Bruder und ihr Freund Alex, als auch Noahs bester Freund Sevi und seine Mutter lassen mehrere Facetten erkennen. Und dann ist da noch Gwens beste Freundin Leni, die selbst auf ein Herz wartet. Wie sie in die Geschichte eingebunden wurde, hat mir besonders gut gefallen.

Die Geschichte entwickelt sich eher langsam. Oliver nimmt sich Zeit, die Veränderungen und Schicksalsschläge ihrer Protagonisten darzustellen. Dennoch fand ich die Geschichte die meiste Zeit über spannend. Angetrieben wurde sie vor allem von zwei Fragen: Findet Gwen einen Weg, mit dem neuen Herzen zu leben? Und wie wird Noah seine Lüge los, bzw. wie wird Gwen auf die Wahrheit reagieren? In der Mitte gab es für mich eine kurze Durststrecke. Ich hätte das Buch zwar nicht aus der Hand gelegt, aber fast ein wenig überflogen. Kurz davor hat es aber wieder die Kurve gekriegt: In das eher zähe Gefühlschaos um Gwen und Noah wird Leni stärker eingebunden, was der Geschichte neuen Wind verleiht.

Ich bin kein Experte, was Organspende anbelangt. Vor allem mit der Frage, wie es Patienten ergeht, nachdem sie ein Organ erhalten haben, habe ich mich bislang nie auseinandergesetzt. Der Roman bietet hierfür einen sehr interessanten Einblick, den Oliver eigenen Angaben nach zwar erfunden, aber gut recherchiert hat. Ich fand die Gefühle, Gedanken und Entwicklungen in jedem Fall gut nachvollziehbar.

Fazit: Das Buch bewegt und regt zum Nachdenken an. So intensiv mit Organspenden habe ich mich bislang nicht auseinandergesetzt. Auch mit einem kleinen spannungstechnischen Durchhänger in der Mitte sehr empfehlenswert!

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