Lesefreude und Analyse?

Lesefreude und Analyse?

In meinem Blogbeitrag „Buchgestöber“ habe ich mich bereits mit der Frage auseinandergesetzt, inwiefern Autor/inn/en auch Leser/inn/en sind. Das Thema dieses Blogbeitrages geht in eine ähnliche Richtung.
In letzter Zeit fällt mir häufiger auf, wie schwer es für mich ist, mich komplett auf eine Geschichte einzulassen. Das hat vor allem einen Grund: ich bin durch das Korrekturlesen darauf geschult, Fehler wahrzunehmen. Seien es nun Tippfehler, Fehler in der Rechtschreibung oder in der Grammatik, ich bemerke sie fast alle. Ob ich dadurch weniger Lesevergnügen habe? Bestimmt! Ob ich dadurch keine Otto-Normal-Leserin bin? Vermutlich stimmt das ebenfalls. Ob ich dadurch keine „guten“ – im Sinne von zu strenge – Kritiken verfasse? Darüber will ich in diesem Blogbeitrag nachdenken.

Fakt ist, dass ich selten komplett in einer Geschichte versinke. Ausnahmen sind Romane wie „Die Tage, die ich dir verspreche“ und „Die silberne Königin“, in die sich so gut wie keine Fehler eingeschlichen haben. Mehr Rechtschreibfehler habe ich leider in den letzten Selfpublishing-Büchern entdeckt, die ich lesen durfte. Das ist schlicht eine Tatsache und nicht als Kritik am Selfpublishing oder den entsprechenden Personen gemeint.
Da ich durch die Fehlerchen nicht tief in die Geschichte eingetaucht bin, habe ich natürlich auch noch einmal anders analysiert. Ich denke bereits während des Lesens intensiver über die Charaktere und die Plot-Entwicklung nach. Sicher weiß ich dann schon recht früh die Pro und Contras, die ich in einer Buchbesprechung dann auch nenne.
Ich versuche dabei aber stets offen zu bleiben. Verändern sich die Figuren im Laufe der Geschichte, berücksichtige ich das in einer Besprechung. Auch spannende Wendungen erwähne ich oder ob die Geschichte plätschert.

Sicher bin ich einer Geschichte mit mehreren Fehlern – und dazu zähle ich auch Fehler auf jeder zweiten Seite – eine kritischere und schwerer zufriedenzustellende Leserin. Meist finde ich es besonders anspruchsvoll, die Spannungskurve angemessen zu bewerten. Dennoch glaube ich, meine Empfindungen zu Geschichten angemessen reflektieren und klar unterscheiden zu können zwischen dem, was die Fehler bewirken, und was mich tatsächlich an den Charakteren oder dem Plot stört.

Ich würde gerne wieder einen Roman lesen, bei dem ich alles vergessen kann. Für einige Stunden komplett in eine andere Welt einzutauchen, war für mich in meiner Kindheit und in meiner Jugend das Größte. Doch das funktioniert heute einfach nicht mehr. Ich bin überzeugt, dass das nicht an der Schreiberei liegt, weil ich schon länger schreibe als ich Korrekturarbeiten übernehme, das Problem aber erst seit den Korrekturen habe.
Sicherlich bin ich dadurch eine strengere Rezensentin. Andere können besser in Geschichten verschwinden und dadurch fallen ihnen vielleicht weniger negative Aspekte auf. Vielleicht entgehen ihnen dadurch aber auch positive Dinge.
Ich bemühe mich immer, ein möglichst differenziertes Bild von Romanen zu liefern. Dass ich das Lesen weniger genießen kann als früher, wirkt sich durchaus auf meine Kritiken aus. Aber Fairness hat nichts damit zu tun, wie viele Mängel man an einem Roman findet. Viel relevanter ist, wie man seine Probleme begründet und dabei eben auch die Vorzüge eines Romans erläutert, zumindest empfinde ich das so.

Wie seht ihr das? Was macht für euch eine gute Buchbesprechung aus? Und wie geht es euch beim Lesen? Könnt ihr gut abschalten? Oder reibt ihr euch auch schnell an „Kleinigkeiten“?

Ich lese gerade:

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Jahresrückblick 2017

Jahresrückblick 2017

Das Jahr 2017 war rückblickend ein sehr bewegtes Jahr. Es gab Höhen und Tiefen, wobei ich persönlich die erste Hälfte des Jahres positiver in Erinnerung habe als die zweite Hälfte, aber das mag auch daran liegen, dass ich negative Erinnerungen meist verdränge 🙂 Ich möchte hier keine ausführlichen Informationen über die einzelnen Monate liefern, aber doch in aller Kürze meine Highlights für jeden Monat festhalten.

Den Januar habe ich Großteils noch damit verbracht, aufs Examen zu lernen und ich war furchtbar aufgeregt. Die ersten Prüfungen standen Ende Januar an und gingen bis Anfang Februar. Wirklich fertig war ich eigentlich erst im Februar, aber der Abschluss meines Studiums gehört für mich an den Anfang des Jahres 2018, deshalb bezeichne ich es jetzt einfach mal als mein Highlight des Januars.

Im Februar hatte ich frei und unternahm eine Reise nach Wien. Das diente auch der Recherche für „Tod einer Hofdame“, der Roman, dessen Lektorat ich Anfang des Jahres zu bearbeiten hatte. Weitere Informationen finden sich in dem Blogbeitrag über die Recherchereise nach Wien.

Der März ist für Schreiberlinge und Buchliebhaber von einer großen Messe dominiert: Der Leipziger Buchmesse! Auch ich war im Jahr 2018, mit rosafarbenem Schal bekleidet und im Autorenkleidchen, in Leipzig. Dieses Jahr zum ersten Mal mit Übernachtungen. Auch hiervon gibt es im Blog einen ausführlicheren Bericht.

Im April brach bei mir nicht nur die neue Arbeitsstelle, sondern auch die Vorfreude auf meinen bald erscheinenden zweiten Historienroman an. Am meisten Freude bereitete es mir, die Book Release Party vorzubereiten und durchzuführen.

Na, wer errät, was mein Highlight des Monats Mai war?

Richtig: Die Veröffentlichung von „Tod einer Hofdame – Eine königliche Ermittlung“! Ich bin unglaublich glücklich über das neue Buch-Baby und freue mich über die vielen Leser*innen, mit denen ich über das Buch schon plaudern durfte 🙂

Im Juni begann ich mit der (neuen) Rohfassung von „Spiel der Magie“. Das Projekt begleitet mich bereits seit einigen Jahren, bald sind es zwanzig, um genau zu sein. Da sich mittlerweile einiges an meiner Art zu schreiben und auch an den Charakteren und damit zwangsläufig an der Geschichte selbst verändert hat, beschloss ich, die Trilogie noch einmal neu zu schreiben. Gleichzeitig diente mir dieses „back to the roots“ dazu, wieder in die Schreiberei hineinzufinden. Ich weiß inzwischen, wie sehr ich sie während des Examens vermisst habe.

Ein Wochenende im Juli habe ich als besonders positiv in Erinnerung: das habe ich mit Schulfreunden in Freiburg zugebracht. Wir besuchten das dortige, alljährliche Weinfest – die Weißweine waren köstlich! – und besichtigen am darauffolgenden Tag das nahegelegene Colmar in Frankreich.

Meinen Urlaub im universitätstechnisch ohnehin arbeitsarmen Monat August verbrachte ich im Europapark und in der Nähe von Hamburg, beide Male mit Verwandten. Ich habe mich gut erholt und eine wirklich schöne Zeit verbracht, in der ich schreibtechnisch ohne schlechtes Gewissen ein wenig kürzer getreten bin.

Das Highlight des Septembers waren definitiv die Tübinger Tolkientage. Ich hatte ja mehrere Lesungen mit der Hofdame im vergangenen Jahr. Diese im September war besonders familiär und herzlich, obwohl ich die Zuhörer und Veranstalter davor nicht gekannt habe. Gerne bin ich in 5 Jahren wieder dabei!

Im Oktober beschäftigte ich mich vorrangig mit der Recherche zu dem nächsten Historienroman, zu dem ich ja ebenfalls bereits ein paar Informationen habe durchscheinen lassen (siehe Vorbereitungen zum NaNoWriMo). Aber ein absolutes Highlight war für mich die Hochzeit zweier Freunde, für die ich mich sehr gefreut habe!

Auch der November ist für Schreiberlinge meist belegt. Es ist die Zeit des National Novel Writing Months, mit dem Ziel, innerhalb eines Monats 50k zu schreiben. Ich hatte mich zwar mit „Spiel der Magie“ langsam wieder an Wortzahlen herangetastet, allerdings war ich sehr gespannt, ob es mir tatsächlich gelingen würde, diese Zahl zu knacken. Ursprünglich hatte ich geplant, den Historienroman zu schreiben, für den ich im Oktober recherchiert hatte. Da ich am 31.10. aber noch keinen geeigneten Plot vorzuweisen hatte, entschied ich mich spontan, als Rebellin unterwegs zu sein. Ich schrieb an „Spiel der Magie“ weiter und kroch mit ach und krach über die 50k-Ziellinie.

Auch wenn der Dezember von Advents- und Weihnachtsfeiern dominiert wird, habe ich auch in diesem Monat an „Spiel der Magie“ weitergeschrieben und eine sehr schöne Lesung auf der Burg Nideggen halten dürfen. Weihnachten mit der Familie und auch die kommende Sylvester-Nacht mit Freunden waren und werden sicherlich Highlights des Monats.

Den Start in ein Neues Jahr finde ich immer in vielerlei Hinsicht aufregend. So viel Unbekanntes steht bevor. Dennoch plant man das ein oder andere. Ich möchte in kurzen Stichworten meine 3 mir wichtigsten Schreibziele für 2018 nennen und bin gespannt, was ich davon am 31.12.18 als „erledigt“ kommentieren kann:

  • „Spiel der Magie 1“ möchte ich in jedem Fall abschließen und dem ein oder anderen (Klein-)Verlag Exposé und Leseprobe zuschicken.
  • Das Historienprojekt mit dem Arbeitstitel „Unter der Indischen Sonne“ soll wenigstens in der Rohfassung bis Ende nächsten Jahres fertig sein. Eigentlich möchte ich es sogar schon zum Verlag schicken können, aber falls das erst Frühjahr 2019 möglich ist, dann ist das eben so.
  • Bei „Spiel der Magie 2“ möchte ich die Rohfassung soweit wie möglich vorantreiben, am liebsten möchte ich sie ebenfalls abschließen.

Was sind die 3 Ziele, die euch für 2018 am Wichtigsten sind? Verratet sie mir doch in den Kommentaren!

In jedem Fall wünsche ich euch allen einen guten Rutsch und einen gesegneten Start ins Jahr 2018!

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#NaNoWriMo2017: Vorbereitung 1

#NaNoWriMo2017: Vorbereitung 1

Wir schreiben den 15. Oktober 2017. Am Dienstag in zwei Wochen startet der November und damit der diesjährige National Novel Writing Month (NaNoWriMo). Einige meiner Kolleginnen und Kollegen fiebern dem Event bereits fleißig in Twitter oder über Instagram entgegen. Ich bereite meinen Roman zwar ebenfalls vor, komme aber nicht so recht dazu, regelmäßig zu berichten.
Stattdessen will ich euch in zwei Blogbeiträgen einen Einblick in meine bisherigen Vorbereitungen und meine weiteren Pläne bis zum 31. Oktober 2017 bieten. Denn meiner Meinung nach braucht der NaNoWriMo Vorbereitungen in zweierlei Richtungen. Das Projekt muss geplottet und die alltäglichen Aufgaben im November minimiert werden.

Widmen wir uns zunächst der Vorbereitung des Projektes. Bei meinen früheren NaNoWriMos wusste ich zu dieser Zeit bereits ziemlich genau, was ich im November schreiben würde. Im Gegensatz dazu bin ich heute noch nicht sicher, wohin es mich diesen November verschlagen wird. Ich habe einen Plan, weiß allerdings nicht, ob dieser auch gelingt. Falls ich es nicht rechtzeitig schaffe, das Projekt zu plotten, wird es mich nach Blaubeuren und Tübingen in das Jahr 1206 verschlagen. Hierfür habe ich bereits einen Szenenplan erstellt.
Eigentlich möchte ich aber in das Indien des Jahres 1855/56 reisen. Ich plane einen Roman über Pauline Mögling alias Weigle zu schreiben. Die junge Frau reiste als Mitglied der Basler Mission nach Indien und heiratete zunächst Gottfried Weigle und nach dessen Tod seinen älteren Stiefbruder Herrmann Mögling. Ich möchte ein Jahr aus ihrem Leben beleuchten, das von schweren Schicksalsschlägen bestimmt war.

Um einen historischen Roman schreiben zu können, bedarf es natürlich jeder Menge Recherchearbeit. Neben den historischen Fixpunkten darf man die Charaktere selbst nicht aus dem Blick verlieren. Was weiß man über ihr Aussehen und ihre Eigenschaften? Inwiefern wirkt sich das auf die Geschichte aus? Bei einem Missionsroman müssen zudemn die unterschiedlichen Kulturen beachtet werden. Die Missionare sind in einem christlich-pietistischen Milieu beheimatet, ihre Gegenüber zumeist Hinduis oder Muslime. Ich bringe als Theologin einige Grundlagen mit, dennoch muss ich mich in den Hinduismus und den Pietismus einarbeiten. Ferner ist mir das Land Indien fremd. Ich recherchiere, wie es dort aussieht und wie es riecht, was gegessen wird, und welche Politik betrieben wurde. Den Ort eines Romanes so gut zu kennen wie die Charaktere, ist mir sehr wichtig. Nur, wenn beides zusammenkommt, kann eine Geschichte lebendig werden.

Ehrlich gesagt klingt das so in seine Einzelteile zerlegt selbst für mich nach einer Mammutaufgabe. Allerdings lassen sich viele dieser Punkte miteinander verbinden. Ich habe 5 Bücher ausgesucht. Drei von ihnen habe ich bereits gelesen, das letzte lasse ich eventuell weg und informiere mich stattdessen noch besser über den Hinduismus, bzw. die Spielarten, mit denen es Pauline Mögling in Indien zu tun hatte.
Nun wisst ihr, was ich bereits hinter mich gebracht habe. Die Informationen, die ich bereits gesammelt habe, will ich noch in folgende Dokumente aufsplittern:
1. Charakterblätter mit:
a) Geschichte
b) Eigenschaften
2. Ortsbeschreibungen
3. Zeitstrahl
4. Schneeflockenmethode

Ich hoffe, damit gut genug vorbereitet zu sein, um die 50k zu kacken.

Wie bereitet ihr eure Geschichten auf den NaNoWriMo vor? Verratet mir eure Tipps und Tricks in den Kommentaren! Gerne dürft ihr auch zu eigenen Blogbeiträgen mit dem Thema #NaNoWriMo verlinken. Bei mir geht es am 29. Oktober weiter mit der Frage: Wie strukturiere ich meinen Alltag im (Ausnahmezustand) November.

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Tübinger Tolkientage 2017

Tübinger Tolkientage 2017

An Bebenhausen fahre ich jeden Donnerstag und jeden Freitag auf dem Weg zur Arbeit vorbei. Das beeindruckende Kloster taucht immer erst direkt hinter einer Kurve auf. Viel mehr Häuser habe ich von dem Dorf allerdings bislang nicht zu Gesicht bekommen. Dass hier der erste Teil der Tübinger Tolkientage stattfinden wird, war mir erst kurz vor Beginn – eine Woche vorher – bewusst.
Nach dem Ringe-Schmieden durfte ich am Montag, den 4.9. um 14:00 die Autorenlesungen im Rahmen der Tage einleiten, die sich mit Fantasy und Mittelalter beschäftigten. Ich habe aus „Tod einer Hofdame“ gelesen und war ehrlich gesagt so nervös wie schon lange nicht mehr. Die letzte Lesung lag doch wieder ein paar Monate zurück und ich hatte vergleichsweise wenig Zeit, um zu üben.
Wir waren eine gute halbe Stunde vor Beginn in Bebenhausen und konnten daher noch miterleben, wie das SWR eine kleine Einheit im Radio lieferte. Danach plauderte ich mit Leiter und Helfern der Tübinger Tolkientage. Man merkt sofort, dass viel Herzblut hinter dieser Aktion steckt. Fantasy- und Mittelalterfreunde reisen von vielen verschiedenen Orten an: der Referent nach mir kam aus Bochum, die Autorin aus Berlin.
Ich durfte vor einem knapp 20köpfigen Publikum lesen. Zunächst habe ich mich kurz vorgestellt und dann den Prolog gelesen. Im Prolog werden bereits einige Historische Fakten genannt, daher lieferte ich anschließend ein paar genauere Informationen über den Aufbruch Richards zum Kreuzzug und die Gründe für seine Gefangennahme. Nachdem ich daraufhin die erste Szene von Kapitel 1 vorgetragen habe, folgte eine kurze Fragerunde, in der sehr interessante Fragen gestellt wurden. Mit dem aufmerksamen Publikum hat die Lesung superviel Spaß gemacht.

Einen weiteren Programmpunkt der Tolkientage durfte ich am vergangen Samstag, dem 9.9 mitgestalten. Von 15:00 bis 17:00 fand zum ersten Mal im Rahmen dieser Veranstaltung ein Story-Slam statt. Viele von euch kennen vermutlich einen Poetry-Slam. Der Story-Slam verlief ähnlich: 9 Autor*innen traten gegeneinander an. Nach dem Zufallsprinzip wurden immer 3 Autor*innen zu einer Gruppe gepaart. 5-7 Minuten durfte gelesen werden. In der ersten Runde wurde aus jeder der drei Gruppe ein/e Lesende/r in die zweite Runde gewählt. Schiedsrichter war das Publikum. Anhand des Applauses wurde entschieden, wer weiterkommt.
Ich selbst bin leider schon in der ersten Runde ausgeschieden. Es war knapp, ich persönlich halte es aber für gerechtfertigt. Die Gewinnerin meiner Runde Veronika Serwotka las im Stehen, was ich selbst unglaublich herausfordernd finde, da dabei die Atmung noch einmal ganz anders kontrolliert werden muss. In der zweiten Runde wurde dann die endgültige Gewinnern gewählt, die auch einen Pokal erhalten hat. Jasmin N. Weidner hat nicht nur hervorragend gelesen, ihre Geschichte war einfach witzig und hat das Publikum gut unterhalten. Der Applaus war eindeutig. Ich gönne es ihr von Herzen.

Insgesamt haben mir die Tolkientage wirklich viel Freude bereitet. Die Veranstaltung findet nur alle 5 Jahre statt. Aber ich hoffe, ich kann auch 2022 wieder dabei sein, sei es als Autorin oder als Teilnehmerin!

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Südafrika

Südafrika

Südafrika gilt nicht ohne Grund als Regenbogennation, denn mit 11 Amtssprachen, Holländern, Engländern, Zulu, Suthu und Xhosa – nur um ein paar zu nennen – treffen hier die unterschiedlichsten Kulturen aufeinander. Die Vielfältigkeit findet sich auch im Wetter, das häufig schwankt, man weiß nie, was einen nun erwartet. Unter diesen Bedingungen zu arbeiten ist nicht leicht, zu planen scheint unmöglich. Doch es ist gerade die Herausforderung, Gottes Schöpfung in ihrer Vielfältigkeit zu vereinen, die die Arbeit besonders macht.

Youth for Christ – Kwa Zulu Natal hat viele Projekte. In einem dieser Projekte, Khayalethu, übersetzt: „unser Zuhause“, durfte ich von September 2009 bis März 2010 mitwirken. Es befasst sich damit, Kinder von der Straße zu holen und sie wieder in ihre Familien zu integrieren. Zwei Shelter stehen der Organisation zur Verfügung: Jungen und Mädchen dürfen hier ein Jahr lang leben, bekommen Kleidung, werden versorgt und täglich in die Schule gefahren. Die Wochenenden sollen sie bei ihren Familien verbringen. Häufige Gespräche mit diesen sind nötig, denn das Endziel ist es, den Kindern einen Neuanfang mit ihren Verwandten zu ermöglichen.

Doch die Arbeit endet nicht hier. Vor gut fünf Jahren begann die Organisation, nachzuforschen: Woher kommen die Straßenkinder? Und bald fand man die drei Townships, aus denen die meisten der Kinder geflohen waren. Neben der Straßenarbeit und der Arbeit in den Sheltern begann nun für Khayalethu eine Vorsorgearbeit in eben diesen Townships.

Auch ich durfte die meiste Zeit in einem der Townships verbringen: Site 11 war mein Arbeitsplatz. Von unserem Volontärshaus, das sich neben dem Shelter der Jungen befindet, gingen wir gegen halb neun zu dem Büro Khayalethus. Dort fing unsere Arbeit an: den Tagesablauf planen, Probleme diskutieren und nach Lösungen suchen, während uns der Chef des Teams zu unserem Township fuhr.

Besonders vormittags nahmen wir uns vieler verschiedener Aufgaben an: Wir empfingen Besucher, die uns ihre Sorgen vortrugen, gingen durch die Straßen und schauten nach Kindern, die nicht in der Schule waren, machten Hausbesuche, um mit den Eltern über gefährdete Kinder zu sprechen, oder gingen in die Schule der Kinder, wo uns die Lehrer über deren Verhalten unterrichteten. Vor dem Jahreswechsel hatten wir zudem dienstags eine Sozialarbeiterin da, die mit alkoholabhängigen Eltern über Drogen und Entzug sprach. Manchmal war es nötig, Erwachsene ins Krankenhaus zu bringen. Oder wir begleiteten Eltern und Kinder, um Geburtsurkunden und Kindergeld zu beantragen. Ab und an besorgten wir auch Essen für die Familien. Je nach dem, was notwendig war. Ansonsten galt es, das Nachmittags-Programm vorzubereiten.

Zwischen ein und drei Uhr kamen die Kinder aus der Schule zurück, die Jüngsten früher, die Älteren später. Zuerst halfen wir ihnen bei den Hausaufgaben und die Frühesten beschäftigten wir mit Spielen, bis genug da waren, um das Programm zu starten. Montags bastelten wir mit ihnen. Dienstags redeten wir über Life-Skills, zum Beispiel Zähneputzen, HIV und Aids, Richtiges Lernen, Mut, Hilfsbereitschaft und vieles mehr. Mittwochs waren Spiele angesagt. Und Donnerstag schließlich die Bibelstunde, in der wir ihnen unter anderem von der Schöpfung der Welt, Gottes Liebe, Jesus’ Tod und in vier Etappen die Joseph-Geschichte erzählten. Idealerweise waren die vier Programmpunkte durch ein wöchentliches Thema verknüpft, was allerdings nicht immer gelang. Zwei Mal die Woche bereiteten wir vormittags auch Brot für die Kinder vor, bestrichen Toast mit Marmelade oder Peanutbutter und lösten Sirup in Wasser auf, was wir den Kindern nach dem Programm aushändigten.

Zwischen vier und fünf holte unser Boss uns wieder ab. Meist war diese Autofahrt ebenfalls von einem nacharbeitenden Gespräch bestimmt. Gegen halb sechs waren wir schließlich Zuhause, die Arbeit hatten wir aber nicht zwangsläufig abgeschlossen. Immer häufiger stand abends noch eine halbe oder eine ganze Stunde Arbeit an, in denen Berichte fertig geschrieben, Dokumente der Kinder bearbeitet oder bereits das Programm des nächsten Tages vorbereitet werden mussten.

Freitags lief unser Tag anders ab, da wir nicht in unser Township fuhren. Vormittags trafen sich die Mitarbeiter des Teams „Khayalethu“ zu einem Gebetskreis, in dem die Teams mehr von der Woche der anderen erfuhren und anschließend traf sich unser Team zu einer Besprechung. Die Arbeiter der drei Townships trugen Berichte vor, die Mittwoch und Donnerstag geschrieben wurden und bei Problemen fahndete man gemeinsam nach einer Lösung. So verging der Vormittag schnell. Nachmittags war es uns frei gestellt, zu tun, was wir wollten und so suchte ich mir unterschiedliche Beschäftigungen. In der ersten Hälfte meines Aufenthalts ging ich häufig in das Mainoffice, um dort je nach Aufgabe, Berichte zu schreiben, Dankesschreiben zu frankieren oder Recherchen zu betreiben. In der zweiten Hälfte registrierten meine deutsche Kollegin und ich schnell, dass die Organisation unter schweren Geldproblemen litt. Deshalb starteten wir die Suche nach Spendern. Wir schrieben einen Bittbrief, und gingen durch die Straßen, zu größeren Geschäften, in das Einkaufszentrum und zu Tankstellen, redeten mit den Zuständigen und konnten sogar die ein oder anderen Erfolge erzielen. Gerade diese Arbeit forderte aber auch Überstunden früh am Morgen oder spät am Abend.

Einige Male durften wir außerdem die Kinder von Site 11 außerhalb unserer eigentlichen Arbeit unterstützen: Ein Schulkonzert und zwei Workshops an Wochenenden. Den ersten Workshop erlebten wir gleich nach dem wir ankamen und so waren wir nicht sehr in die Vorbereitung involviert. Den zweiten Workshop organisierten wir dafür tatkräftig mit. Mit den jüngeren Kindern studierten wir das Lied „He’s got the whole world in his hand …“ ein und die Älteren führten ein Theaterstück auf, in dem die Problematiken der Alkoholabhängigkeit, der Respektlosigkeit zwischen Eltern und Kindern und der vielen verschiedenen Sexualpartnern aufgegriffen wurden.

Die Arbeit in Südafrika war so wechselhaft wie das Wetter und so variantenreich wie die Kulturen der Nation. Zumindest eines hat es mich gelehrt: Flexibel zu sein, ist notwendig, um Menschen zu helfen. Man weiß nie, wann Probleme auftreten und häufig kommen sie geballt. Wenn man einmal Zeit hat, sollte man sie nutzen, denn wer weiß, was der nächste Tag bringt?

Wenn du mehr über meine Arbeit und meine Erfahrungen in Südafrika lesen möchtest, kannst du mir gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen oder mir privat eine Nachricht über das Kontaktformular zukommen lassen.

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#DuunddeinBlog

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Steffi von http://www.angeltearz-liest.de hat eine Aktion für ein Miteinander unter Bloggern und Bloggerinnen ins Leben gerufen. Als Begründung nennt sie Folgendes:

 

Die Stimmen werden immer lauter, dass es in der Bloggerwelt unrund läuft. Ich finde es so schade, dass Neider und Missgunst die Blogger gegenseitig aufhetzen. Ich frage mich immer was das soll!? Alle schreien nach Toleranz und Akzeptanz. Und die Wenigsten halten sich auch dran. Es fehlt einfach der gegenseitige Respekt untereinander. Ich habe den Eindruck, dass oft nicht bedacht wird, dass ein Mensch hinter dem Blog steckt.

 

Das habe ich zwar so noch nicht erlebt, dennoch finde ich mehr Miteinander immer wichtig und richtig. Deshalb mache ich hierbei gerne mit und beantworte die nachfolgenden Fragen:

 

1. Wer bist du? Stell dich vor!

Ich bin ein Kind der 90er, geboren einen Tag nach den ersten und einzigen freien Wahlen in der DDR. Zur Schule ging ich in der Geburtsstadt von Friedrich Schiller. Zur Zeit meines Konfirmandenunterrichts beschloss ich, Theologie auf Pfarramt zu studieren. Das brachte mich nach Südafrika, Tübingen, Würzburg, Berlin und Rom.

Schon in der Grundschule liebte ich es, zu lesen. Im Alter von 10 begann ich zu schreiben, hauptsächlich motiviert durch „Die unendliche Geschichte“. Sechs Jahre später habe ich die Geschichte von vorne begonnen und in dem Jahr auch meine erste Kurzgeschichte veröffentlicht. Mich mit anderen über das Schreiben und Lesen, kurz: über Bücher, auszutauschen, macht mir sehr viel Spaß, was mich zur nächsten Frage führt.

 

2. Seit wann bloggst du? Und wie bist du zum Bloggen gekommen?

Ich habe kurz vor Südafrika nach meinem Abitur 2009 mit dem Bloggen begonnen, weil ich damals über die Organisation, mit der ich nach Südafrika gegangen bin, von der Möglichkeit erfahren habe, Blogs als Reisetagebücher zu nutzen. Letztlich habe ich es nicht für Südafrika genutzt, aber angefangen, alles Mögliche über meine Schreiberei und das Lesen aufzuschreiben.

 

3. Weiß dein Umfeld davon, dass du bloggst? Wenn ja, was sagen sie dazu? Wenn nein, warum nicht?

Meine Freunde wissen davon. Viele Rückmeldungen habe ich bislang nicht erhalten. Manchmal kommentieren sie, wenn sie etwas zu einem Thema zu sagen haben. Oh, und manche haben mich auch schon darauf angesprochen, ob ich es nicht riskant finde, gewisse Dinge mit dem Internet zu teilen. Allerdings finde ich bei den Themen, die ich aufgreife, eher unproblematisch.

 

4. Nutzt du Social Media? Und wie kann man dir folgen?

Ich bin auf Facebook und Twitter. Man findet mich zwar auch auf Google+, Pinterest und Instagram, dort bin ich aber nicht so häufig aufzufinden.

 

5. Gibt es etwas, was dich an der Bloggerwelt stört? Und was würdest du dir wünschen?

Manchmal leide ich in der Bloggerwelt ein wenig an Reizüberflutung. Tatsächlich finde ich echt schwierig, die Perlen herauszupicken und bei denen auch auf dem Laufenden zu bleiben. Aber das zu ändern ist weder möglich noch wünschenswert. Die Bloggerwelt ist vielseitig und riesig und das ist gut so!

 

6. Und was magst du an der Bloggerwelt?

Sie bietet eine sehr gute Möglichkeit, sich über Themen auszutauschen, die einem auf der Seele brennen. Ich finde es interessant, die Meinungen anderer zu hören, vor allem über Bücher. Und Blogger starten immer wieder tolle Aktionen wie diese hier. Ich kenne hauptsächlich Blogger, die gerne zusammenarbeiten. Das gibt eine super „Miteinander“-Gefühl!

 

7. Liest du auch außerhalb deines eigenen „Blogbereiches“ oder liest du als z. B. Buchblogger nur Buchblogs?

Tatsächlich eher letzteres. Ich lese zwar ab und an auch über Schminke, Filme und Computerspiele, aber hauptsächlich, bzw. am liebsten lese ich eigentlich Buchrezensionen.

 

8. Vernetzen ist wichtig. Hast du Lieblingsblogs? Zeig mal!

Klar:

https://selectionbooks.blogspot.de/

http://nicoles-fantasy.de/

http://linejasmin.blogspot.de

https://erikhuyoff.wordpress.com

https://thebluesirenblog.wordpress.com

https://tintenhain.wordpress.com

Etwas Fantasy-lastig, ich weiß 😉

 

Alle Blogger/innen, die an dieser Aktion teilgenommen haben, können auf der Startseite der Aktion nachgelesen werden.

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